Politik

Ukrainische Experten in NahostSelenskyj: Haben iranische Shahed-Drohnen in Golfstaaten zerstört

10.04.2026, 11:46 Uhr
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Die Ukraine muss sich seit Jahren gegen Shahed-Drohnen verteidigen. (Foto: picture alliance / Visually)

Bei seinen Vergeltungsschlägen gegen US-Einrichtungen im Nahen Osten setzt der Iran Shahed-Drohnen sehr effektiv ein. Die Golfstaaten bitten deswegen die Ukraine um Unterstützung. Präsident Selenskyj berichtet nun von Erfolgen - selbst gegen schnellere und wendigere Drohnen.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat erstmals bestätigt, dass elektronische Kriegssysteme und Abfangdrohnen seines Landes eingesetzt wurden, um iranische Shahed-Drohnen in "mehreren" Golfstaaten mit US-Militärinfrastruktur abzuschießen. "Haben wir sie zerstört? Ja, das haben wir", sagte Selenskyj vor Journalisten auf Fragen nach der Arbeit der ukrainischen Militärteams, die im vergangenen Monat in den Nahen Osten entsandt worden waren, um den Golfstaaten bei der Abwehr der Drohnen zu helfen.

Selenskyj sagte, er habe Videoaufnahmen gesehen, die zeigten, wie ukrainische Waffen die Kamikazedrohnen aus Teheran außer Gefecht setzen. "In den Ländern, die uns Zugang zu ihren Flugverteidigungssystemen gewährten, konnten unsere Experten sehr schnell zeigen, wie diese Systeme verstärkt werden können", zitiert die "Financial Times" den Präsidenten. Teheran nutzte Shahed-Drohnen nach den US-israelischen Angriffen auf den Iran unter anderem für Vergeltungsschläge gegen US-Stützpunkte in der Golfregion. Dabei wurden amerikanische Soldaten getötet und verletzt.

Die ukrainische Flugabwehr wehrt sich seit Jahren gegen Shahed-Drohnen, die Moskau seit Ende 2022 in seinem Krieg gegen die Ukraine einsetzt. Selenskyj sagte, dass die fortschrittliche Technologie der Ukraine sowohl ältere Shahed-Drohnen aus dem Iran als auch weiterentwickelte Versionen, die schneller fliegen und wendiger seien, erfolgreich abgefangen habe. Aus Sicherheitsgründen habe er die Länder, in denen die Drohnen abgeschossen wurden, nicht genannt, berichtet die Zeitung.

Im März seien 200 ukrainische Experten zusammen mit Abfangdrohnen und Geräten zur elektronischen Kriegsführung in den Nahen Osten und die Golfstaaten entsandt worden. Laut Bericht hatte Selenskyj zuvor gesagt, dass die Vereinigten Arabischen Emirate, Jordanien, Kuwait, Katar und Saudi-Arabien um Hilfe gebeten hatten.

Inzwischen baut Russland eigene Modelle

Selenskyj reiste auch selbst in die Region und schloss Vereinbarungen mit Saudi-Arabien, Katar und den Vereinigten Arabischen Emiraten. Demnach sollen ukrainische Unternehmen mit den Streitkräften dieser Staaten zum Schutz bestimmter Einrichtungen zusammenarbeiten. Kiew erhalte im Gegenzug Flugabwehrmunition zum Schutz seiner Energieinfrastruktur sowie Rohöl und Diesel. Über ähnliche Abkommen spreche man mit dem Oman, Kuwait und Bahrain, sagte der ukrainische Präsident.

Die ukrainischen Abfangdrohnen sind kosteneffizienter gegen Irans Shahed-Drohnen als Patriot-Raketen, die viele Golfstaaten zum Abschuss iranischer Raketen und Drohnen einsetzten und die jeweils Millionen von Dollar kosten. Laut Selenskyj wurden im Iran-Krieg in drei Tagen mehr als 800 Patriot-Raketen verschossen.

Die vergleichsweise kostengünstigen Drohnen vom Typ Shahed wurden zunächst vom Iran entwickelt, inzwischen baut auch Russland Modelle. Selbst das US-Militär räumte jüngst ein, die Drohnen als Vorbild zur Entwicklung eigener, fortschrittlicherer Modelle genutzt zu haben.

Quelle: ntv.de, dsc, mit dpa

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