Politik

Ukrainische Unterwasserdrohne?Explosionen in Tanker der russischen Schattenflotte am Bosporus

26.03.2026, 09:47 Uhr
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Die Meerenge in Istanbul ist ein Nadelöhr. (Foto: IMAGO/SOPA Images)

Schiffe der russischen Schattenflotte sind im Schwarzen Meer längst nicht mehr sicher. Nun gibt es offenbar einen Angriff auf einen weiteren Tanker. Möglicherweise ist der Vorfall Teil des verstärkten ukrainischen Vorgehens gegen Moskaus Energiegeschäfte.

Ein aus Russland kommender Öltanker ist im Schwarzen Meer mutmaßlich von einer Unterwasserdrohne angegriffen worden. Das Schiff habe um Mitternacht eine Explosion im Maschinenraum gemeldet, man gehe davon aus, dass dieser gezielt mit einem unbemannten Unterwasserfahrzeug angegriffen wurde, sagte der türkische Transportminister Abdulkadir Uraloglu dem Sender 24 TV. Die Küstenwache und Expertenteams seien entsendet worden. Es gebe keine Verletzten. 

Der Betreiber und alle 27 Besatzungsmitglieder seien türkisch, das Schiff fahre aber nicht unter türkischer Flagge. Den genauen Ort des Vorfalls nannte der Minister nicht. Mit dem Fall vertraute Kreise sagten, der Tanker sei vor der türkischen Küste vor der Einfahrt zur Meerenge Bosporus, die durch Istanbul führt, angegriffen worden. Zurzeit bestehe nicht die Gefahr, dass das Schiff sinke.

Medienberichten zufolge handelt es sich um die "Altura", ein von der EU sanktioniertes Schiff, das unter der Flagge Sierra Leones fährt. Das Portal Vesselfinder ortete es zuletzt am frühen Morgen, kurz vor der Einfahrt zum Bosporus.

Möglicher Bezug zur Ukraine

Der Tanker transportiert offiziellen Angaben zufolge Rohöl, Medien berichteten von einer Ladung von 140.000 Tonnen. Ob der Vorfall im Zusammenhang mit dem Krieg in der Ukraine steht, ist unklar. Am Samstag war an der Küste der Provinz Ordu am Schwarzen Meer eine mit Sprengstoff beladene Unterwasserdrohne unbekannter Herkunft gefunden worden. Sie wurde kontrolliert gesprengt.

Die Ukraine hatte in den vergangenen Tagen mehrere russische Ostsee-Häfen massiv angegriffen. Am Mittwoch gab es unter anderem schwere Brände in Ust-Luga. Nach ukrainischen Drohnenangriffen, einer Attacke auf eine Ölpipeline und der Beschlagnahmung von Tankern seien mindestens 40 Prozent der russischen Ölexporte vorerst gestoppt, berichtete Reuters unter Berufung auf Berechnungen von Marktdaten.

Quelle: ntv.de, rog/dpa

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