Knapp 70 Transporte in die EUUkrainischer Ex-Grenzschutzchef soll Zigaretten geschmuggelt haben

Die Ukraine wird zuletzt von einigen Korruptionsskandalen erschüttert - vor allem im Zusammenhang mit dem Militär. Nun sorgt ein ziviler Fall für Aufmerksamkeit. Es sollen im großen Stil Zigaretten in die EU geschmuggelt worden sein. Daran beteiligt war demnach der Chef des Grenzschutzes .
In der Ukraine läuft ein Verfahren gegen den Ex-Grenzschutzchef und zwei Untergebene wegen der Annahme von Bestechungsgeld für den Schmuggel von Zigaretten in die Europäische Union. Den Ermittlungen zufolge hat das Trio im Zeitraum von Juli bis November 2023 so mindestens 204.000 Euro erhalten. Das teilte das Nationale Antikorruptionsbüro (NABU) mit.
Insgesamt sollen 68 Autos mit gefälschten diplomatischen Kennzeichen Zigaretten in die EU gebracht haben. Um ihre Aktivitäten zu verschleiern, sollen die Verdächtigen Fahrzeuge genutzt haben, die in Tschechien und Österreich zugelassen waren. Die Autos sollen mit speziellen Kennzeichen versehen worden sein, die denen von Diplomaten ähnelten. Insassen seien mit diplomatischen Pässen ausgestattete Familienmitglieder von ukrainischen Diplomaten gewesen. Den Verdächtigen drohen bis zu zwölf Jahre Gefängnis.
Medienberichten zufolge handelt es sich bei dem Ex-Chef des Grenzschutzes um den am 4. Januar entlassenen Serhij Denejko. Er bekleidete den Posten seit Juni 2019. Trotz eines nach 2014 neu geschaffenen Systems von Organen zur Korruptionsbekämpfung soll das osteuropäische Land weiter einer der korruptesten Staaten Europas sein. Regelmäßig erschüttern Korruptionsskandale auf höchster Ebene die in die EU strebende Ukraine.