Politik

"Dank Autoindustrie und CDU" Umwelthilfe gewinnt immer mehr Mitglieder

110145632.jpg

Umweltschützer protestieren für saubere Luft in Berlin.

(Foto: picture alliance/dpa)

Deutschlandweit setzt die Deutsche Umwelthilfe in mehreren Städten Fahrverbote durch - und klagt weiter für saubere Luft. Dass sie sich damit nicht nur ins Schussfeld der Autokonzerne, sondern auch der CDU gebracht hat, beschert ihr nun einen Mitgliederrekord.

Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) freut sich über einen Mitgliederrekord - und macht dafür die deutschen Autobauer sowie die Politik verantwortlich. "Die aktuelle Kampagne von Autoindustrie und CDU hat uns so viele neue Mitglieder wie noch nie beschert", erklärte DUH-Chef Jürgen Resch der "Augsburger Allgemeinen". Demnach hat die DUH aktuell 5641 Mitglieder, im September 2018 seien es noch 4600 Mitglieder gewesen. Die wenigsten sind aber stimmberechtigt.

114148355.jpg

Der Chef der Deutschen Umwelthilfe, Jürgen Resch.

(Foto: picture alliance/dpa)

Selbst von Dieselfahrern erhalte er verstärkt positive Rückmeldungen, so Resch. "Viele von ihnen erkennen, dass nicht die Deutsche Umwelthilfe, sondern die Automobilhersteller ihnen eine nicht funktionierende Abgasanlage eingebaut haben." Der Bundesgeschäftsführer wehrte sich gegen Kritik seitens der Politik, den Wirtschaftsstandort Deutschland zu schädigen. "Sind es nicht die Autokonzerne, die über zwei Jahrzehnte ein kriminelles Kartell bilden und Millionen Autofahrer mit nicht funktionierenden Abgasanlagen schädigen?"

Die DUH hat in einer Reihe von Städten für saubere Luft geklagt und erwirkte vor Gericht ein Fahrverbot nach dem anderen. Erst vergangene Woche hatte die CDU-Vorsitzende Annegret Kramp-Karrenbauer der Umwelthilfe einen "Kreuzzug" gegen die Dieseltechnologie vorgeworfen. Die CDU hatte bei ihrem Bundesparteitag im Dezember beschlossen, dass die Gemeinnützigkeit der Umwelthilfe geprüft werden soll. Die Partei will sich zudem dafür einsetzen, dass der Verein keine Mittel mehr aus dem Bundeshaushalt bekommt.

"Politischer Arm der Automobilindustrie"

Dagegen setzte sich Resch mit deutlichen Worten zur Wehr. "Der Teil der CDU, der besonders scharf gegen die DUH vorgehen will, ist der politische Arm der Automobilindustrie", sagte er. Der Antrag, seinem Verband die Gemeinnützigkeit und die Klagebefugnis zu entziehen, sei vom Bezirksverband Nordwürttemberg gestellt worden. "Dessen stimmberechtigter Ehrenvorsitzender Matthias Wissmann ist der oberste Lobbyist der Autohersteller."

Resch sprach sich erneut dagegen aus, die Grenzwerte für Stickstoffdioxid nach oben zu korrigieren. Die DUH plädiere für eine Verschärfung. "Die Schweiz hat seit 1986 bereits einen schärferen Grenzwert von 30 Mikrogramm Stickstoffdioxid pro Kubikmeter Luft", sagte der DUH-Geschäftsführer. "Und diesen halten wir auch für Deutschland für sinnvoll."

*Datenschutz

 

Quelle: n-tv.de, jug/dpa

Mehr zum Thema