Politik
Luftbilder zeigen, dass Obamas Vereidigung 2009 deutlich besser besucht war.
Luftbilder zeigen, dass Obamas Vereidigung 2009 deutlich besser besucht war.(Foto: REUTERS)
Mittwoch, 19. April 2017

Mittel für Vereidigungsfeiern: Und Trump übertrumpfte Obama doch!

Wochenlang gibt sich US-Präsident Donald Trump zerknirscht über Medienberichte, wonach zu seiner Amtseinführung weniger Besucher gekommen waren als bei seinem Vorgänger. Nun zeigt sich: In einem Punkt hat er Obama doch in die Tasche gesteckt.

Die Frage nach den Besucherzahlen bei Donald Trumps Amtseinführung beschäftigte die US-Medien und das Weiße Haus über mehrere Wochen - und nach wie vor kann vom "größten Publikum aller Zeiten", wie es der Sprecher des US-Präsidenten nannte, keine Rede sein. Geht es aber um die Millionensumme, die für die Feierlichkeiten in Washington ausgegeben wurde, hat Trump seinen ewigen Rivalen Barack Obama tatsächlich überflügelt. Wie der US-Sender CNN berichtet, kamen für die Vereidigung am 20. Januar 2017 stolze 107 Millionen Dollar - umgerechnet knapp 100 Millionen Euro - an Spenden zusammen. Zum Vergleich: Obamas Amtseinführung kostete mit 53 Millionen Dollar gerade einmal die Hälfte.

Nach CNN-Informationen stammten die Spendengelder vor allem von reichen Privatleuten und Firmen. "Diese eingesammelten Mittel haben es dem Präsidenten erlaubt, jeden US-Bürger zu Hause oder vor Ort in Washington einen unglaublichen Moment unserer Demokratie miterleben zu lassen", sagte Tom Barrack, ein enger Freund Trumps und schwerreicher Finanzinvestor. Während des Präsidentschaftswahlkampfes 2016 galt Barrack als einer der größten Geldgeber Trumps. "Wir wurden Zeugen des friedlichen Machtwechsels, eines Eckpfeilers der Demokratie", sagte der Sohn libanesischer Einwanderer über die Amtsübergabe.

Die Gelder seien allerdings nicht ausschließlich in das Event vor dem Kapitol in Washington geflossen - dort hatte Trump auf den Stufen vor dem Gebäude seinen Amtseid abgelegt. Laut Bericht finanzierte das Organisationsteam auch zwanzig weitere Veranstaltungen rund um die Vereidigung des Präsidenten aus dem Spendentopf. Eine nicht näher bezifferte Summe sei übrig geblieben, hieß es weiter. Diese soll den Organisatoren zufolge an eine gemeinnützige Einrichtung gehen. Welche das sein wird, wollten sie nicht sagen.

Spott für den beleidigten Trump

Trump hatte sich nach seiner Vereidigung gegen US-Medienberichte gewehrt, in denen von überschaubaren Besucherzahlen in Washington die Rede gewesen war. Luftaufnahmen von der Washington Mall zeigten allerdings, dass das Zentrum der Stadt deutlich leerer war als bei der Amtseinführung von Barack Obama im Jahr 2009. Trumps Sprecher, Sean Spicer, interpretierte die Bilder daraufhin als "Versuche, den Enthusiasmus über die Vereidigung zu mindern". Dies sei "beschämend und falsch", hatte er erklärt. Besonders auf Twitter hatte Trump für seine emotionale Reaktion auf einen vergleichbar nebensächlichen Fakt Spott geerntet.

Die Bekanntgabe der Kosten für die Inauguration von Donald Trump erfolgte übrigens zwei Tage bevor das 58. Komitee zur Vereidigung des Präsidenten seine Geldgeber offenlegen muss. Eine eigene Bundesbehörde, die FEC, muss dann die Rechtmäßigkeit der Wahlkampffinanzierung absegnen.  

Quelle: n-tv.de