Politik

Trauer um Orban-Kritikerin Ungarische Philosophin Agnes Heller ist tot

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Agnes Heller kehrte vom Baden nicht zurück.

(Foto: picture alliance/dpa)

1977 übernahm sie den Lehrstuhl von Hannah Arendt in New York, zuletzt gehörte sie zu den prominentesten Kritikerinnen von Viktor Orban. Nun ist die ungarische Philosophin Agnes Heller im Alter von 90 Jahren gestorben.

Die ungarische Philosophin Agnes Heller ist im Alter von 90 Jahren gestorben. Das gab die Ungarische Akademie der Wissenschaften bekannt. Laut Portal 444.hu starb Heller während eines Urlaubs im Badeort Balatonalmádi, angeblich soll sie vom Schwimmen im Plattensee nicht mehr zurückgekehrt sein.

Agnes Heller wurde 1929 in Budapest geboren. Gemeinsam mit ihrer Mutter entging sie dem Holocaust nur knapp, ihr Vater und viele Verwandte kamen um. Heller zählte zu den wichtigsten ungarischen Intellektuellen. Sie war eine Schülerin des ungarischen marxistischen Philosophen Georg Lukacs.

Nach dem ungarischen Volksaufstand, der 1956 von der sowjetischen Armee niedergeschlagen wurde, trat sie als Mitbegründerin der "Budapester Schule" der sozialistischen Regierung entgegen. Nach jahrelangen Repressionen ging sie in den 70ern ins Exil nach Australien.

Später wanderte sie in die USA aus und übernahm 1977 in New York den Lehrstuhl der deutschen Philosophin Hannah Arendt. Nach ihrer Rückkehr in ihre Heimat wurde sie zu einer prominenten Kritikerin des rechtskonservativen Regierungschefs Viktor Orban. In vielen Interviews mit internationalen Medien äußerte sie die Sorge vor einer Abschaffung der Demokratie in ihrem Land.

Quelle: n-tv.de, kpi/spot/dpa

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