Anstieg durch Iran-Krieg drohtUngarn fordert von Moskau Preisgarantie für Öl und Gas

Der Krieg im Nahen Osten lässt die Preise für Öl und Gas global nach oben schnellen. Der ungarische Außenminister reist nun nach Moskau, um das für sein Land zu verhindern. Dafür will er sich "Garantien" von seinen Partnern im Kreml geben lassen.
Der ungarische Außenminister Peter Szijjarto hat Russland aufgefordert, die Preise für Öl- und Gaslieferungen trotz des Iran-Kriegs nicht zu erhöhen. Während eines Besuchs in Moskau erklärte Szijjarto bei Facebook: "Ich bin auch hier, um Garantien zu erhalten, dass Russland trotz der veränderten Umstände und der globalen Energiekrise weiterhin die für Ungarn erforderlichen Mengen an Öl und Gas zu unveränderten Preisen liefern wird".
Ungarn unterhält trotz der seit vier Jahren andauernden russischen Offensive gegen die Ukraine enge Beziehungen zu Moskau. Szijjarto soll im Laufe des Tages zu Gesprächen über Öllieferungen mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin im Kreml zusammenkommen, wie Kreml-Sprecher Dmitri Peskow bei einer Pressekonferenz bekannt gab.
Peskow sagte, dass Käufer russischen Öls von der Ukraine erpresst würden, und beschuldigte Kiew, die Druschba-Pipeline, durch die normalerweise russisches Öl über ukrainisches Territorium nach Ungarn und in die Slowakei geleitet wird, "absichtlich" zu blockieren.
Zwischen Ungarn und der Ukraine herrscht Streit über unterbrochene Öllieferungen. Die Druschba-Pipeline war nach ukrainischen Angaben Ende Januar bei russischen Angriffen beschädigt und deshalb stillgelegt worden. Ungarn und die Slowakei, die engsten Verbündeten Russlands in Europa, werfen der Ukraine vor, die Wiederaufnahme der Lieferungen absichtlich zu verzögern.
Die Ukraine weist die Vorwürfe zurück. Ihren Angaben zufolge verzögert sich die Reparatur der Pipeline, weil neue Angriffe drohen. Orban blockiert unter dem Vorwand der fehlenden Druschba-Öllieferungen sowohl ein EU-Darlehen für die Ukraine in Höhe von 90 Milliarden Euro als auch ein neues Sanktionspaket gegen Russland.