Russland schwört VergeltungUngarn weist zehn russische Diplomaten aus

Das ungarische Außenministerium kündigt die Ausweisung mehrerer russischer Diplomaten an. Damit markiert das Land eine Abkehr von seiner früheren Politik. Die Reaktion aus Russland folgt prompt.
Ungarn weist zehn russische Diplomaten aus. Diese hätten in Ungarn Aktivitäten ausgeübt, "die für Diplomaten gemäß der Wiener Konvention inakzeptabel sind", wie Ungarns Außenministerin Anita Orbán auf der Plattform X mitteilte. Ungarn habe die betroffenen Mitarbeiter der russischen Botschaft in Budapest aufgefordert, das Land zu verlassen.
Konkretere Gründe für die Ausweisung nannte die Ministerin nicht. Ziel dieser Ausweisung sei es, Ungarns "Souveränität und Sicherheit" zu schützen. Es bedeute aber nicht, dass man die diplomatischen Beziehungen zu Russland abbrechen wolle, betonte Orbán. Man wolle den "notwendigen Dialog" auf Grundlage gegenseitigen Respekts und Einhaltung der Regeln fortsetzen.
"Wir verteidigen unsere Souveränität", schrieb Ministerpräsident Péter Magyar zu der Ausweisung bei Facebook. Das Land markiert damit eine Abkehr von der prorussischen Politik des im April abgewählten früheren Ministerpräsidenten Viktor Orbán. Unter dessen Regierung hatte Ungarn seit Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine anders als andere EU-Staaten keinen einzigen russischen Diplomaten ausgewiesen.
Die russische Außenministeriumssprecherin Maria Sacharowa kündigte der staatlichen russischen Nachrichtenagentur Tass zufolge an, dass die Reaktion "hart und schmerzhaft" sein werde.