Politik

Thorsten Frei im "ntv Frühstart" Unions-Fraktionsvize für flexible Impfabfolge

Bund und Länder wollen lockern - trotz steigender Infektionszahlen. Der CDU-Politiker und Unions-Fraktionsvize Thorsten Frei mahnt jedoch zur Vorsicht und warnt vorm Blindflug. Hausärzte sollten laut Frei von der vorgegebenen Impf-Reihenfolge abweichen dürfen.

Kurz vor den Bund-Länder-Gesprächen hat der stellvertretende Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Thorsten Frei, davor gewarnt, bei Lockerungen zu weit zu gehen. Unter anderem Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff hatte Öffnungen schon für eine Inzidenz zwischen 50 und 100 gefordert. "100 ist eindeutig zu viel", kritisierte Frei im "ntv Frühstart". "Weil 100 eine individuelle Nachverfolgbarkeit nicht mehr ermöglicht. Das heißt, wir wären im Blindflug unterwegs." Das sei im Lichte von 70.000 Corona-Toten in Deutschland nicht verantwortbar.

Skeptisch zeigte sich Frei auch in Bezug auf die angepeilte Lockerung der Kontaktbeschränkungen auf bis zu zwei Haushalte mit fünf Personen. "Das ist gefährlich. Und deswegen dürfen Lockerungen immer nur schrittweise erfolgen."

Man müsse aber auch sehen, dass die Menschen "pandemiemüde" seien, so Frei. "Wir können die Pandemie nicht allein mit Gesetzen und Verordnungen bekämpfen. Wir brauchen die Solidarität und die Überzeugung der Menschen." In dieser Hinsicht sei Deutschland im aktuellen Lockdown nicht so erfolgreich wie beim letzten im Frühjahr 2020. Es brauche jetzt einen Mittelweg, um die Bürger mitzunehmen.

Priorisierung bei Impfungen aufweichen

Zur Frage, ob eine weitere Lockdown-Verlängerung die letzte sein werde, sagte Frei: "Es wäre schön, wenn man ein Datum nennen könnte. Aber in Wahrheit kommt es darauf an, wie erfolgreich wir in der Bekämpfung der Pandemie sind." Man müsse die Schutzmaßnahmen immer daran ausrichten, wie sich die Inzidenzen entwickeln. Darüber hinaus komme es darauf an, die Zahl der Tests deutlich zu erhöhen und beim Impfen voranzukommen. "Das wird die Chance für weitere Lockerungen eröffnen."

Frei forderte, so schnell wie möglich mit Impfungen auch bei den Hausärzten zu beginnen, allerdings erst, sobald genug Impfstoff vorhanden ist. Dort könne zügiger geimpft werden als bisher. "Auf jeden Fall wird die Priorisierungsliste an Bedeutung verlieren. Denn die braucht man ja nur dann, wenn man einen Mangel an Impfstoff hat", so Frei mit Blick auf die von der Ständigen Impfkommission vorgegebene Priorisierungsreihenfolge für Alters- und Risikogruppen.

Quelle: ntv.de, psc

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