Politik

Nächstes Treffen ohne Bund? Unions-Gesundheitsminister greifen Lauterbach an

Das Hin und Her bei den Corona-Isolationsregeln sorgt für Unmut bei CDU und CSU. Vor der nächsten Länder-Gesundheitsministerkonferenz kritisieren die Ressortchefs der Union Bundesgesundheitsminister Lauterbach scharf. Ihr Vorschlag: Das Treffen sollte ohne den SPD-Politiker stattfinden.

Nach der Kehrtwende von Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach bei den künftigen Corona-Isolationsregeln hat Bayerns Ressortchef Klaus Holetschek den SPD-Politiker scharf attackiert. In einem Schreiben an die derzeitige Vorsitzende der Länder-Gesundheitsministerkonferenz (GMK) wirft der CSU-Minister Lauterbach im Namen aller B-Länder ein "Kommunikationsdesaster" vor, "das den Bemühungen einer sachlichen, faktenbasierten und zeitgemäßen Pandemiebekämpfung zuwiderläuft".

Dies desavouiere nicht nur das Robert-Koch-Institut, sondern auch die GMK, heißt es in dem Schreiben an die Vorsitzende Petra Grimm-Benne. Holetschek schlägt vor, die GMK solle sich beim nächsten Termin am Montag "ohne Anwesenheit des Bundesgesundheitsministers über das weitere Vorgehen und die grundsätzliche Zusammenarbeit austauschen".

"Irritation und Verärgerung"

Lauterbach hatte überraschend in einer ZDF-Talkshow verkündet, die am Montag bekannt gegebene Umstellung der Isolation von Corona-Infizierten auf Freiwilligkeit direkt wieder einzukassieren. Nun sollen die Gesundheitsämter eine Isolation doch auch weiterhin anordnen, nur Quarantäne für Kontaktpersonen Infizierter nicht mehr.

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Holetschek beklagt, am Montag habe die GMK gemeinsam mit Lauterbach Vorschläge zur künftigen Isolationsstrategie diskutiert, die vom Bundesgesundheitsministerium in Abstimmung mit dem RKI entwickelt worden seien. Über die Weiterentwicklung der Strategie seien sich Bund und Länder weitgehend einig gewesen - wobei die Länder darauf gedrungen hätten, dass die Anpassungen erst im Mai wirksam werden.

Nun könnten "Irritation und Verärgerung" über Lauterbachs Äußerungen nicht größer sein, in denen dieser "von den eigenen Vorschlägen und dem in der GMK konsentierten Vorgehen abrückte", kritisiert Holetschek. Durch sein Verhalten stelle Lauterbach Funktion und Bedeutung der Ministerkonferenz infrage. "Eine vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen Bund und Ländern kann so nicht gelingen", schreibt der bayerische Gesundheitsminister.

Quelle: ntv.de, mbe/dpa

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