Politik

"Gefährliche Annäherung"Russische Fregatte feuert im Ärmelkanal Warnschüsse ab

17.06.2026, 09:59 Uhr
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Die britische Jacht soll der "Admiral Grigorowitsch" zu nahe gekommen sein. (Foto: picture alliance/dpa/Ministry of Defence/PA Wire)

Am Sonntag stoppt die britische Marine im Ärmelkanal einen mutmaßlich zur russischen Schattenflotte gehörenden Öltanker. Nun sorgt ein russisches Kriegsschiff in der Meerenge zwischen England und Frankreich für Unruhe.

Ein russisches Kriegsschiff hat im Ärmelkanal Warnschüsse in Richtung einer in Großbritannien registrierten Jacht abgegeben. Die Jacht habe sich "gefährlich angenähert", weshalb die russische Fregatte beschlossen habe, "mit den Handfeuerwaffen Warnschüsse in Richtung des Schiffes abzugeben", erklärte das russische Verteidigungsministerium am Dienstag. Das britische Verteidigungsministerium bestätigte am Abend den Vorfall. Die von der "Admiral Grigorowitsch" abgegebenen Schüsse hätten eine Kollision verhindern sollen und seien nicht auf die Jacht gerichtet gewesen. 

Die Fregatte soll zuvor versucht haben, das zivile Schiff im Kanal zu kontaktieren. "Wir gehen davon aus, dass es sich um einen Einzelfall handelt, der nicht mit der Aufbringung der "Smyrtos" durch Großbritannien am Wochenende in Zusammenhang steht", hieß es in der Mitteilung des Londoner Ministeriums weiter. 

Ähnlich hatte das russische Verteidigungsministerium den Vorfall beschrieben. Die Jacht habe auf mehrere Kontaktversuche nicht reagiert und die Distanz immer weiter verringert. Bei einer Entfernung von 150 Metern habe der Kapitän der Fregatte dann den Befehl zum Eröffnen der Warnschüsse gegeben. "Die Besatzung der Fregatte "Admiral Grigorowitsch" hat in strenger Übereinkunft mit den international geltenden Schifffahrtsregeln gehandelt und alles getan, um den Vorfall zu verhindern", betonte das Ministerium in Moskau.

Zunächst hatte die Besatzung der Jacht den Vorfall gemeldet. Die Besatzung gab die Entfernung zu dem russischen Kriegsschiff mit 450 Metern an. Ihren Angaben zufolge wurde niemand an Bord verletzt; die Jacht sei auch nicht beschädigt worden. Den britischen Angaben zufolge entsandte das britische Marineschiff HMS Tyne wenig später ein Beiboot, um die Lage vor Ort zu überprüfen. Laut einem Bericht der britischen Nachrichtenagentur PA war das Kriegsschiff zu dem Zeitpunkt am späten Vormittag zwischen der britischen Isle of Wight und der Küste der französischen Region Normandie unterwegs.

Fregatte soll Russlands Schattenflotte schützen

Im Mai hatte der "Telegraph" berichtet, dass die "Admiral Grigorowitsch" seit fast zwei Monaten vor der britischen Küste patrouillierte und Öltanker der russischen Schattenflotte, die zur Umgehung der Sanktionen gegen Russland eingesetzt wird, durch den Ärmelkanal eskortiere. Die britische Marine erklärte, sie habe mehrere Boote eingesetzt, um die "Admiral Grigorowitsch" zu überwachen. Im April habe es "keinen einzigen Tag" gegeben, an dem die Fregatte nicht "genau beobachtet" worden sei.

Der Vorfall ereignete sich vor dem Hintergrund massiver Spannungen zwischen Russland und westlichen Staaten wegen des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine. Erst am Sonntag hatte die britische Marine im Ärmelkanal einen mutmaßlich zur russischen Schattenflotte gehörenden Öltanker aufgebracht.

Dabei enterten britische Soldaten den mit Sanktionen belegten Öltanker "Smyrtos", indem sie sich von einem Hubschrauber abseilten. Die britische Staatsanwaltschaft erhob gegen den indischen Kapitän des Schiffes am Montag Anklage wegen Verstoßes gegen die Sanktionen Großbritanniens, die nach dem Einmarsch in die Ukraine im Jahr 2022 gegen Russland verhängt worden waren.

Quelle: ntv.de, bho/ino/dpa/AFP

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