"Habe die AfD nie unterstützt"Unternehmer Theo Müller geht gegen Campact vor

Braune Soße in Flaschen: Der Verein Campact lanciert derzeit eine Aktion gegen Müllermilch-Chef Theo Müller. Das Kampagnen-Bündnis wirft dem Unternehmer Nähe zur AfD vor. Der 86-Jährige setzt sich nun juristisch gegen den großflächigen Pranger zur Wehr.
Der Verein Campact demonstriert bundesweit mit Plakaten und Großprojektionen gegen die Nähe des Molkerei-Unternehmers Theo Müller zu AfD-Chefin Alice Weidel. In Berlin etwa war eine Projektion in der Nähe des Alexanderplatzes zu sehen. Von der Unternehmensgruppe Theo Müller gab es auf dpa-Nachfrage bislang keine Stellungnahme zu der Aktion. Die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" (FAZ) berichtete, der Unternehmer habe Campact inzwischen eine Unterlassungsaufforderung zukommen lassen. Er fordert Campact demnach auf, die Aussagen "Alles AfD oder was? Konzerngründer Theo Müller unterstützt die rechtsextreme AfD" und "Jetzt mit AfD-Geschmack: Konzerngründer Theo Müller unterstützt die rechtsextreme AfD" zu unterlassen und nicht mehr zu verbreiten.
Zur Begründung führte Müller laut dem Bericht an, "ich bin kein AfD-Mitglied und möchte auch keins werden". Zudem habe er die AfD zu keinem Zeitpunkt unterstützt und der Partei auch niemals Geld gespendet. Weiter zitiert die FAZ aus dem Schreiben von Müllers Anwalt Christian Schertz: Mit der "solitären undifferenzierten blickfangartigen Herausstellung" der beiden inkriminierten Sätze, stelle Campact eine unwahre Tatsachenbehauptung auf. Theo Müller habe "zu keinem Zeitpunkt die AfD unterstützt", er habe "nie irgendwelche finanziellen Zuwendungen an die Partei vorgenommen", er sei seit 30 Jahren Mitglied in der CSU und bekenne sich hierzu ausdrücklich. Die Campact-Kampagne behaupte das Gegenteil und vermittle den "zwingenden Eindruck", dass Müller "zu den Unterstützern der AfD gehört und insbesondere entsprechende Spenden an die Partei geleistet" habe.
Tausende Plakate sollten in 14 Städten aufgehängt werden
"Hintergrund der Kampagne sind diverse Treffen mit Alice Weidel und AfD-Sympathiebekundungen von Theo Müller", hatte Campact zuvor mitgeteilt. Der Verein sieht sich als Kampagnen-Organisation zur Verteidigung der Demokratie. Nach früheren Angaben von Campact sollten seit Mitte Januar rund 28.000 Plakate in 14 Städten aufgehängt werden. Zudem seien Großprojektionen in acht Städten geplant gewesen. Bereits in der Vergangenheit hatte der Verein Aufkleber herausgegeben, die Kritiker auf Müller-Produkte pappen konnten. Die Aufkleber lassen sich über einen Link bestellen.
Vor zwei Jahren hatte Theo Müller in einem Interview der "Neuen Zürcher Zeitung" gesagt, dass er Weidel bereits seit mehreren Jahren kenne und er sie öfter treffe. Weidel sei "eine Freundin", sagte der heute 86-Jährige damals. Weidel hatte ihrerseits in einer RTL-Sendung erklärt, dass sie sich einen Unternehmer wie Müller in der Regierung vorstellen könne.
Dazu schrieb Müllers Anwalt in der Unterlassungsaufforderung, eine persönliche Freundschaft sei von der Frage zu trennen, ob man eine Partei tatsächlich oder finanziell unterstütze. Durch den Satz "Konzerngründer Theo Müller unterstützt die rechtsextreme AfD" verletze Campact Müllers Persönlichkeitsrechte "in mannigfaltiger Weise", zitiert die FAZ das Schreiben. Sollte Campact die Aussagen künftig nicht unterlassen, gehe Müller vor Gericht.