Politik

Kriegsschiffe gegen US-Marine Venezuela will iranische Tanker eskortieren

Der Treibstoff wird in Venezuela knapp: Soldaten müssen die Situation an Tankstellen bewachen.

Der Treibstoff wird in Venezuela knapp: Soldaten müssen die Situation an Tankstellen bewachen.

(Foto: AP)

In Venezuela herrscht Treibstoffknappheit - die Corona-Krise verstärkt diese nur. Öltanker aus dem Iran sollen die Situation entschärfen. Nun befürchtet man, die USA könnten die Lieferung auf dem Seeweg stoppen. Maduros Regierung will mit Kriegsschiffen dagegen halten.

Im Konflikt um Benzinlieferungen nach Venezuela wollen die Streitkräfte des südamerikanischen Landes fünf iranische Öltanker auf dem letzten Streckenabschnitt bis an die Küste eskortieren. "Wenn diese Tanker unsere ausschließliche Wirtschaftszone erreichen, werden sie von Schiffen und Flugzeugen der venezolanischen Streitkräfte eskortiert", kündigte Verteidigungsminister Vladimir Padrino an. Die Schiffe hatten zuletzt Gibraltar passiert und dürften Venezuela Ende Mai oder Anfang Juni erreichen. Zur Koordination der Ankunft der Schiffe stehe er mit seinem iranischen Amtskollegen in Verbindung.

Die USA haben Sanktionen sowohl gegen den Iran als auch gegen Venezuela verhängt. Die iranische Nachrichtenagentur Fars berichtete, die US-Marine könnte möglicherweise versuchen, die Öltanker auf ihrem Weg nach Venezuela zu stoppen. Das sei "illegal und eine Form der Piraterie", schrieb Irans Außenminister Mohammed Dschawad Sarif in einem Brief an UN-Generalsekretär Antonio Guterres.

Der Kommandant des Südkommandos der US-Armee, Admiral Craig Faller, bekundete am Montag die "Besorgnis" der USA über die iranischen Aktivitäten in den Beziehungen zu Venezuela. Auf die iranischen Tanker ging er jedoch nicht explizit ein.

Venezuela steckt bereits seit Jahren in einer tiefen wirtschaftlichen Krise. Wegen Misswirtschaft und Korruption ist in dem erdölreichsten Land der Welt auch das Benzin knapp. Die Treibstoffknappheit hat im Zuge der Corona-Krise zugenommen. Der sozialistische Staatschef Nicolás Maduro liefert sich darüber hinaus seit Anfang 2019 einen erbitterten Machtkampf mit dem selbst ernannten Interimspräsidenten Juan Guaidó. Der Iran steht - ebenso wie Russland - hinter Maduro. Wegen der humanitären und politischen Krise haben Millionen Venezolaner ihre Heimat verlassen.

Quelle: ntv.de, agr/dpa/AFP