Politik

Islam in Deutschland Verbände fordern Ramadan-Ende als Feiertag

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Fastenbrechen in Kairo.

(Foto: REUTERS)

Millionen Muslime weltweit feiern heute das Ende des Ramadan. Auch in Deutschland. Islamische Verbände fordern seit langem, dass dieser Tag in Deutschland zum gesetzlichen Feiertag erklärt werden solle.

Hamburg und Bremen haben es vorgemacht. Seit 2012, beziehungsweise 2013 gibt es in den Stadtstaaten gesetzlich anerkannte muslimische Feiertage: Ramadanende, Opferfest und Aschura. Anerkannt heißt aber nicht, dass an diesen Tagen arbeitsfrei ist - das ist losgelöst von der Frage, ob religiöse Tage als solche anerkannt werden. Es berechtigt gläubige Muslime, an diesen Tagen - unbezahlt - frei zu nehmen. Schüler der allgemeinbildenden Schulen sowie der Fach- und Berufsfachschulen haben allerdings unterrichtsfrei. Die Schüler der Berufsschulen werden auf Antrag vom Unterricht befreit.

 Ein Modell für ganz Deutschland? Das fordert zumindest seit langem unter anderem der Zentralrat der Muslime in Deutschland. Der Vorsitzende, Aiman Mazyek, sagt hierzu, die Gleichstellung mit christlichen Feiertagen sei ein wichtiges Signal der Integration.

Bei der Anerkennung muslimischer Feiertage wird das Argument bemüht, Deutschland täte gut daran, den Islam als Teil unserer Gesellschaft anzuerkennen und zu institutionalisieren – da dies dazu beitragen könne, dass Muslime bei uns sich als Teil der Gesellschaft fühlen und sich nicht radikalisieren. Dagegen dürften allerdings die immensen Vorbehalte in weiten Teilen der Bevölkerung sprechen.

Das zeigt auch eine nicht repräsentative Umfragen, die wir in diesem Zusammenhang durchgeführt haben. "Islamische Verbände fordern, dass muslimische Feiertage bundesweit anerkannt werden. Richtig oder nicht?" lautete die Frage. Die hohe Resonanz darauf zeigt, dass es hier um etwas geht, das viele Menschen offenbar betrifft. Natürlich können die 700 Zuschriften, die uns erreichen, keine empirische Grundlage bilden, aber sie zeigen das Meinungsspektrum. Eine Mehrheit der Reaktionen antwortete mit "Nein", wie etwa Gudrun Fricke, die schrieb: "Immer noch sind wir in Deutschland ein christlich geprägtes Land."

Eine große Zahl von Zuschriften äußerte sich allerdings auch wie Marc Schmidt, der schrieb: "Alle religiösen Feiertage abschaffen! Ich finde, man sollte Religionen zur völligen Privatangelegenheit erklären." Andere stehen der Idee aufgeschlossen gegenüber, wie etwa Julchen Samer: "Ich finde, dass die Arbeitgeber verpflichtet werden müssten, dafür zwei Urlaubstage zu gewähren. Keine extra, sondern nur, wer Muslime ist und rechtzeitig Urlaub einreicht, muss ihn auch bekommen. Schließlich nutzen Muslime auch jeden Christlichen Feiertag. Wenn sie doch an Weihnachten arbeiten erhalten Sie selbstverständlich und berechtigt Feiertagszuschläge." Ivy Martin schrieb uns: "Bei der hohen Zahl an Muslimen, die bei uns leben, fände ich die Idee sehr gut!"

Viele Reaktionen wiesen darauf hin, dass arabische Staaten die Rechte von Christen missachten würden. Richtig ist, dass in mehreren Ländern der arabischen Welt christliche Feiertage anerkannt sind, so etwa im Libanon, Ägypten oder Jordanien. In diesen Ländern lebt eine zahlenmäßig große christliche Minderheit.

In Bremen und Hamburg hat es seit der Anerkennung muslimischer Feiertage keine Probleme in der Durchführung gegeben. Jetzt drängen muslimische Verbände unter anderem in Schleswig-Holstein und Niedersachsen auf Staatsverträge, die ebenfalls Feste wie das Ende des Ramadan in diesen Bundesländern anerkennen.

Quelle: n-tv.de

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