Politik

Bilger zu Wahl in Sachsen-Anhalt Verkehrsminister sieht Bahn-Frust als Grund für CDU-Debakel 

13.09.2026, 01:13 Uhr
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"Der aktuelle Zustand ist völlig unzureichend", räumt Bilger ein. (Foto: picture alliance/dpa)

Die Wähler in Sachsen-Anhalt haben die CDU auch wegen der maroden Infrastruktur in Deutschland abgestraft, glaubt Verkehrsminister Bilger. Es müsse das Ziel der Politik sein, dass die Menschen wieder stolz auf ihre Bahn sein könnten.

Nach dem schwachen Abschneiden der CDU bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt sieht Bundesverkehrsminister Steffen Bilger einen Zusammenhang mit dem Frust der Bürger über die Verkehrsinfrastruktur. "Seit ich im Amt bin, werde ich am häufigsten auf die Probleme bei der Bahn angesprochen", sagte der CDU-Politiker den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Auch die langen Bauzeiten bei Verkehrsprojekten sorgten für Unzufriedenheit. "Aber an all diesen Problemen arbeiten wir, etwa durch Planungsbeschleunigungsgesetze oder Sofort-Maßnahmen für mehr Sicherheit bei der Bahn." 

Bilger verwies zugleich auf die Milliarden aus dem Sondervermögen für die Modernisierung der Verkehrswege. "Wir wollen in Deutschland wieder stolz auf unsere Infrastruktur und unsere Bahn sein", sagte er. Beim aktuellen Zustand der Bahn sieht er allerdings noch erheblichen Verbesserungsbedarf: "Der aktuelle Zustand ist völlig unzureichend." Es gebe "Einflüsse, für die die Bahn nichts kann, aber auch Probleme in der Infrastruktur und bei den Abläufen." 

Bilger hält dennoch an seinem Ziel fest, dass bis 2029 mindestens 70 Prozent der Fernzüge pünktlich ankommen. "Das Ziel ist realistisch angesichts des Verkehrs auf der Schiene, der Probleme in den Bahnknoten und der vielen Baustellen", sagte er. In der Vergangenheit habe die Politik "immer ambitioniertere Ziele für die Bahn beschlossen, aber den nötigen Ausbau der Infrastruktur zu wenig mitgedacht". Man habe "das System Bahn damit ein Stück weit überfordert". 

Lob für Bahnchefin

Auch bei der Bahn selbst müsse sich aber etwas ändern. "Die Bahn muss offen sein für Veränderung", sagte Bilger. Er lobte DB-Chefin Evelyn Palla, die "viel hinterfragt" und etwa "die Strukturen im Unternehmen strafft". Auch die Digitalisierung biete Chancen: "Man geht davon aus, dass wir unser Schienennetz damit um 20 Prozent effizienter nutzen können, ohne weitere Schienen verlegen zu müssen." Ob Palla bei einem Verfehlen der Pünktlichkeitsziele um ihren Job bangen muss, ließ Bilger offen. "Bisher habe ich eine sehr gute Zusammenarbeit mit Frau Palla." 

Der CDU-Politiker drängte zugleich auf eine Rückkehr der bei der Deutschen Bahn abgeschafften Familienreservierung. "Wir sind mit der Bahn dazu im Gespräch", sagte Bilger den Funke-Zeitungen. Zuvor hatte er die Abschaffung selbst kritisiert. Der Wegfall der Familienreservierung sorge "zurecht" für viel Unzufriedenheit, sagte Bilger. Die Deutsche Bahn hatte die Familienreservierung im Juni 2025 abgeschafft. Bis dahin konnten Familien für 10,40 Euro bis zu fünf Sitzplätze gemeinsam reservieren. Seitdem muss für jeden Platz einzeln bezahlt werden, was die Kosten für Familien deutlich erhöhen kann.  

Quelle: ntv.de, mau

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