Politik

Korruptionsaffäre in Israel Vertrauter will gegen Netanjahu aussagen

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Netanjahu und seien Frau sollen in der Sache befragte werden.

(Foto: REUTERS)

Der Druck auf Israels Premier Netanjahu wächst: Ein Vertrauter tritt in einem Korruptionsskandal als Kronzeuge auf. Die Polizei hat in dem Fall bereits eine Anklage gegen den Regierungschef empfohlen. Der beteuert sein Unschuld.

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu gerät in der Korruptionsaffäre um Israels größtes Telekommunikationsunternehmen Bezeq weiter unter Druck. Schlomo Filber, Vertrauter des Regierungschefs und Ex-Generaldirektor des Kommunikationsministeriums, will nach Medienberichten als Kronzeuge gegen Netanjahu aussagen. Filber habe eine entsprechende Vereinbarung unterzeichnet, hieß es. Dafür entgehe er einer Haftstrafe.

Polizeikreise bestätigten, dass Filber eine Kronzeugen-Vereinbarung eingegangen ist. Filber wurde nach Angaben der Polizei gemeinsam mit anderen Verdächtigen am Sonntag vorübergehend festgenommen. Es gehe bei den Ermittlungen unter anderem um den Verdacht der Korruption, des Betrugs und Behinderung der Justiz im Fall Bezeq.

Nach Medienberichten sollen Netanjahu und seine Vertrauten Bezeq sowie dessen Nachrichtenseite "Walla" wirtschaftliche Vorteile verschafft haben. Im Gegenzug sollte es dafür eine positive Berichterstattung über Netanjahu und seine Familie geben. Sowohl Netanjahu als auch seine Frau Sara sollen nach Medienberichten in der Sache befragt werden. Netanjahu war bis 2017 auch Kommunikationsminister.

Netanjahu hat alle Vorwürfe zurückgewiesen und einen Rücktritt abgelehnt. Auf Facebook schrieb er am Dienstag, diese seien Teil "einer Kampagne der Verfolgung gegen mich und meine Familie, die seit Jahren läuft". Nach gut einjährigen Ermittlungen hatte Israels Polizei vergangene Woche eine Anklage wegen Korruption gegen Netanjahu empfohlen. Es seien ausreichend Beweise für Bestechlichkeit, Betrug und Untreue in zwei Fällen gesammelt worden, teilte ein Sprecher mit.

Eine endgültige Entscheidung über eine Anklage muss die Staatsanwaltschaft fällen. Netanjahu wies die Vorwürfe als "absurd" zurück. Er hoffe auf einen Sieg auch bei der nächsten Wahl, sagte er.

Quelle: ntv.de, mli/dpa