Politik

Wahl in Mecklenburg-Vorpommern Von Storch orakelt über Merkels Ende

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Die Vize-Parteivorsitzende der AfD, Beatrix von Storch, mit ihrem Co-Vize Alexander Gauland.

(Foto: REUTERS)

Für den Wahlerfolg der AfD in Mecklenburg-Vorpommern macht Vizechefin Beatrix von Storch vor allem die Kanzlerin verantwortlich. Merkel habe in der Flüchtlingskrise am Bürgerwillen vorbeiregiert. Wie man es richtig macht, will die AfD aber lieber nicht zeigen.

Die Vize-Vorsitzende der AfD, Beatrix von Storch, hat das Ergebnis der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern als "Anfang vom Ende der Ära Merkel" gewertet. "Ein wachsender Teil der Bürger will einen Kurswechsel", sagte von Storch im ARD-Morgenmagazin mit Blick auf die Flüchtlingspolitik der Kanzlerin. Die Bürger hätten verstanden, "dass wir diesen Sozialstaat, auf diese Art und Weise wie wir ihn haben, nicht fortführen können, mit hunderttausenden Flüchtlingen".

Die Vizechefin der Alternative für Deutschland, die sich bei der Wahl am Sonntag als zweitstärkste Kraft vor die CDU gesetzt hat, warf Merkel vor, eine "Politik an der Mehrheit der Bevölkerung vorbei" zu machen. "Natürlich sind die Wähler hochunzufrieden gewesen mit der Politik auch im Bund", sagte von Storch. Sie warf der Kanzlerin vor, Deutschland mit der Politik der offenen Grenze in Europa isoliert zu haben.

Zudem kritisierte sie erneut den Umgang der Bundesregierung mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan. Die Kanzlerin, so von Storch, vertraue auf Erdogan, während dieser Merkel "vorführe". Das sei "nicht nur entwürdigend für sie, sondern für das ganze Land".

Regieren, ja - aber nicht morgen

Von Storch zeigte sich überzeugt, dass sich die AfD nach ihrem Einzug in das neunte Parlament in Folge dauerhaft als Kraft rechts von der Union etablieren werde. Als Grund dafür nannte sie die "großen Lücken im politischen Angebot". Die AfD sei "angekommen in der politischen Parteienlandschaft".

Angesprochen auf eine frühere Äußerung von AfD-Vize Alexander Gauland, wonach die AfD keinen Anspruch auf eine Regierungsbeteiligung erhebe, sagte von Storch, man wolle "natürlich regieren", aber noch nicht "morgen".  Auch als "außerparlamentarische Opposition" könne man die Politik verändern, so von Storch. "Dieses Land braucht dringend wieder eine Opposition."

Quelle: ntv.de, jug/AFP