Politik

"Die Nato ist kein Geschäft" Von der Leyen mahnt Trump zu Bündnistreue

85531510.jpg

Die Schlagkraft der US-Streitkräfte bildet das Rückgrat der Nato.

picture alliance / dpa

Mehrfach bekräftigt der künftige US-Präsident während seines Wahlkampfes, das Engagement der Vereinigten Staaten in der Nato reduzieren zu wollen. Trumps Ankündigungen lassen bei europäischen Verteidigungspolitikern die Alarmsirenen schrillen.

Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) mahnt den künftigen US-Präsidenten Donald Trump zur Bündnistreue in der Nato und zu einer harten Haltung gegenüber Russland. "Was ihm hoffentlich seine Berater sagen und was er lernen wird, ist, dass die Nato kein Geschäft ist. Das ist kein Unternehmen", sagte die Ministerin am Donnerstagabend in der ZDF-Sendung "maybrit illner".

"Das ist nicht so etwas, wo man sagt: Die Vergangenheit ist mir egal. Die Werte, die wir gemeinsam vertreten, sind mir egal, sondern ich gucke, wie viel Geld ich hinten rauskriege und ob ich einen guten Deal machen kann. So regiert man kein Land, und das ist auch nicht der Grundsatz der Nato", kritisierte von der Leyen.

Wenn sich Trump mit der Nato intensiver beschäftige, werde man ihm noch sagen, dass in der Geschichte der Nato nur ein einziges Mal bei einem Angriff auf einen Mitgliedsstaat der Bündnisfall ausgerufen wurde: "Das Land war Amerika." Nach dem Angriff vom 11. September 2001 seien alle 28 Nato-Mitglieder Amerika zur Seite gesprungen, betonte die Verteidigungsministerin. Diese Hilfe verspreche sich die Nato "fest in die Hand".

Zugleich warnte von der Leyen den künftigen Oberbefehlshaber der USA vor einem Kuschelkurs gegenüber Russlands Präsident Wladimir Putin. "Donald Trump muss sehr klar sagen, auf welcher Seite er ist: ob er auf der Seite des Rechtes, der Friedensordnung, der Demokratien steht, oder ob ihm das egal ist und er so eine Art Männerfreundschaft macht." Die Konflikte um die Annexion der Krim oder die Bombardierung Aleppos dürften in Gesprächen mit Putin "nie vergessen werden". In Aleppo verhungerten gerade eine Viertelmillion Menschen, Putin könne das mit einem Federstrich beenden. "Das muss der amerikanische Präsident ansprechen."

Quelle: n-tv.de, jve/dpa

Mehr zum Thema