Politik

Die Kriegsnacht im Überblick Von der Leyen reist nach Kiew - Australien liefert Panzerwagen

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Ein Bushmaster-Panzerfahrzeug wird auf dem Flughafen Brisbane verladen.

(Foto: IMAGO/AAP)

Während EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen auf dem Weg nach Kiew ist, spricht der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj von weiteren Gräueltaten russischer Soldaten in der Stadt Borodjanka. Australien liefert derweil 20 Panzerwagen in die Ukraine.

Von der Leyen trifft Selenskyj

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen ist auf dem Weg nach Kiew. Sie will dort den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj treffen. Dabei wird die CDU-Politikerin unter anderem vom EU-Außenbeauftragten Josep Borrell begleitet. Die ehemalige deutsche Verteidigungsministerin ist die erste westliche Spitzenpolitikerin, die seit Bekanntwerden der Kriegsgräuel im Kiewer Vorort Butscha die Ukraine besucht.

Ukraine fordert mehr Waffen

Als Reaktion auf das Massaker in Butscha beschlossen die EU-Mitgliedsstaaten gestern weitere Sanktionen gegen Russland. Darunter sind ein Importverbot für Kohle aus Russland sowie neue Beschränkungen für den Handel und ein weitgehendes Einlaufverbot für russische Schiffe in EU-Häfen.

Selenskyj begrüßte die Sanktionen, sagte aber zugleich, sie reichten noch nicht aus, um Russland aufzuhalten und den Krieg zu beenden. "Es braucht mehr Sanktionen. Es braucht härtere Sanktionen." Zugleich forderte Selenskyj Waffen für sein Land, "mit denen wir auf dem Schlachtfeld gewinnen können". Das werde die stärkste Sanktion gegen Russland sein, sagte er in einer Videobotschaft.

Selenskyj: "Noch mehr Opfer" in Borodjanka

Zudem sprach Selenskyj von weiteren Gräueltaten russischer Truppen. In der Kleinstadt Borodjanka bei Kiew, wo Aufräumarbeiten liefen, sei es "viel schrecklicher" als in Butscha. Dort seien "noch mehr Opfer" russischer Einheiten. Selenskyj stellte zudem die Frage, was passieren werde, wenn die Welt erfahre, was russische Einheiten in der schwer umkämpften Hafenstadt Mariupol angerichtet hätten. Dort sei auf "fast jeder Straße" das, was die Welt nach dem Abzug der russischen Truppen in Butscha und anderen Orten um Kiew gesehen habe.

Raketenangriff verursacht Schäden in Region Odessa

Bei einem Raketenangriff durch russische Streitkräfte wurden nach ukrainischen Angaben Infrastruktureinrichtungen in der Region Odessa im Süden des Landes getroffen. Der Raketenangriff sei vom Meer aus gestartet worden, berichtete die Internetzeitung "Ukrajinska Prawda" unter Berufung auf den Stadtrat von Odessa. Die Angaben konnten nicht unabhängig geprüft werden.

Ukraine: Mehr als 4500 Menschen in Sicherheit gebracht

Nach ukrainischen Angaben wurden im Laufe des vergangenen Tages mehr als 4500 Menschen aus umkämpften Gebieten in Sicherheit gebracht. Rund 1200 stammten aus der von russischen Truppen belagerten Hafenstadt Mariupol, weitere rund 2000 aus mehreren Städten im Gebiet Saporischschja, teilte Vizeregierungschefin Iryna Wereschtschuk mit. Aus dem Gebiet Luhansk im Osten des Landes seien aus den Städten Lissitschansk, Sjewjerodonezk, Rubischne und Kreminna zudem weitere rund 1400 Menschen evakuiert worden.

Separatisten installieren Verwaltung in Mariupol

Während um Mariupol noch immer gekämpft wird, haben prorussische Separatisten eine Verwaltung in der Hafenstadt installiert. Der "neue Bürgermeister" Konstantin Iwaschtschenko sagte der staatlichen Nachrichtenagentur Tass, dass in der Stadt zudem "60 bis 70 Prozent" aller Wohnungen zerstört oder beschädigt seien. Außerdem schätzte er, dass 250.000 Menschen die Stadt verlassen hätten, aber mindestens ebenso viele, wenn nicht sogar 300.000, noch in der Stadt seien. Die Ukraine teilte hingegen mit, dass sich noch 100.000 Menschen in der Stadt befinden, in der die humanitäre Lage katastrophal ist.

Australien liefert Panzerwagen in die Ukraine

Australien fliegt von der Ukraine erbetene Bushmaster-Panzerfahrzeuge in die Ukraine. Die 20 vielseitig verwendbaren Truppentransporter, die Australien unter anderem in Afghanistan eingesetzt hatte, sollen ihre zehn Insassen vor Landminen und anderen Sprengkörpern schützen. Selenskyj hatte in der vergangenen Woche bei einer Ansprache an das australische Parlament konkret um eine Lieferung von Bushmastern gebeten.

Auch Japan will Kohle-Importe reduzieren

Japan will im Einklang mit dem Westen weitere Sanktionen gegen Russland ergreifen. Man wolle Importe russischer Kohle "schrittweise reduzieren" und darauf abzielen, Kohle-Einfuhren aus Russland letztlich ganz zu vermeiden, sagte Koichi Hagiuda, Minister für Wirtschaft, Handel und Industrie. Ministerpräsident Fumio Kishida hatte zuvor unter Verweis auf Berichte über russische Gräueltaten erstmals von Kriegsverbrechen gesprochen.

Mehr zum Thema

Das wird heute wichtig

  • Die meiste Aufmerksamkeit dürfte der Solidaritätsbesuch von Ursula von der Leyen in Kiew bekommen.
  • Unterdessen reist Bundeskanzler Olaf Scholz nach London. Bei seinem Antrittsbesuch beim britischen Premierminister Boris Johnson dürfte auch der Krieg in der Ukraine im Mittelpunkt stehen.
  • Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier trifft in Finnland Präsident Sauli Niinistö und Ministerpräsidentin Sanna Marin.

Alle weiteren Entwicklungen können Sie in unserem Liveticker zum Ukraine-Krieg nachlesen.

Quelle: ntv.de, jpe/dpa

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