Politik

Mehr Tests notwendig WHO warnt: Ausgangssperren reichen nicht

Südkorea gilt als Vorbild im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus.

Südkorea gilt als Vorbild im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus.

(Foto: REUTERS)

In immer mehr europäischen Ländern herrschen strikte Ausgangsbeschränkungen, um die weitere Ausbreitung des Coronavirus zu reduzieren. Laut WHO reicht dies jedoch nicht aus - man solle sich stattdessen an Ländern wie Südkorea orientieren.

Die Weltgesundheitsorganisation WHO warnt europäische Regierungen davor, im Kampf gegen das Coronavirus vor allem auf die Einschränkung des gesellschaftlichen Lebens zu setzen. "Worauf wir uns wirklich konzentrieren müssen, ist die Kranken mit Infektionen zu finden und sie zu isolieren", sagte der WHO-Experte Mike Ryan in der BBC. "Die Gefahr mit den Ausgangsbeschränkungen ist: Wenn wir keine starken Gesundheitsmaßnahmen beschließen, droht sich der Virus wieder zu verbreiten, wenn die Bewegungseinschränkungen wieder aufgehoben werden", warnte er.

Ryan riet vor allem dazu, wie in China, Singapur und Südkorea die Zahl der Tests massiv in die Höhe zu fahren. Dies sei in Verbindung mit Ausgangsbeschränkungen ein Modell für Europa, das Asien als Epizentrum der Pandemie abgelöst habe. "Wenn wir die Übertragung unterdrückt haben, können wir das Virus bekämpfen", sagte er.

Der britische Wohnungsminister Robert Jenrick sagte zu, dass die Produktion der Tests in Großbritannien kommende Woche verdoppelt werde. Ryan forderte, bei der Entwicklung eines Impfstoffes realistisch zu bleiben. Die Entwicklung und die nötigen Tests würden "mindestens ein Jahr" dauern, sagte er.

Italien, Spanien, Frankreich, Luxemburg und Belgien zählen bereits zu den Ländern, in denen Ausgangssperren herrschen. In Deutschland sprechen am Nachmittag Bundeskanzlerin Merkel und die Ministerpräsidenten unter anderem über mögliche Ausgangsbeschränkungen. Einige Bundesländer - allen voran Bayern - haben ihre Bestimmungen bereits verschärft. Die Polizei in Bayern verzeichnete nach eigenen Angaben nur vereinzelte Verstöße gegen die Ausgangsbeschränkungen.

Quelle: ntv.de, agr/rts