Politik

Telefonat mit AraghtschiWadephul zu Irans Außenminister: Ihr müsst vollständig auf Atomwaffen verzichten

03.05.2026, 16:39 Uhr
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Wadephul und der iranische Außenminister Araghtschi sprachen über ein mögliches Ende im Iran-Krieg. (Foto: picture alliance / AA/photothek.de)

Nach den jüngsten Verwerfungen zwischen Kanzler Merz und US-Präsident Trump über den Iran-Krieg pocht Außenminister Wadephul nun auf die Gemeinsamkeiten: Teheran müsse sich vollständig von Kernwaffen lossagen. Das will er seinem iranischen Amtskollegen am Telefon deutlich gemacht haben.

Außenminister Johann Wadephul hat mit seinem iranischen Amtskollegen telefoniert und erneut eine Vermittlungslösung angemahnt. Er unterstrich in einem Post auf X anschließend die gemeinsame Haltung Deutschlands und der USA: "Als enger US-Verbündeter teilen wir das gleiche Ziel: Iran muss vollständig und nachprüfbar auf Kernwaffen verzichten und die Straße von Hormus sofort freigeben."

Irans Außenminister Abbas Araghtschi ließ zu dem Telefonat mit dem CDU-Politiker lediglich mitteilen, es seien Gespräche über regionale und internationale Entwicklungen geführt worden. US-Präsident Donald Trump hatte zuvor die Prüfung eines vom Iran übermittelten Planes für ein Ende des Kriegs angekündigt. Aber er könne sich nicht vorstellen, dass dieser akzeptabel sein werde, schrieb Trump auf seiner Plattform Truth Social. Der Iran habe "noch keinen ausreichend hohen Preis für das gezahlt (...), was er der Menschheit und der Welt in den letzten 47 Jahren angetan hat".

Trump warnte, es gebe immer noch die Möglichkeit, den Iran wieder anzugreifen, sollte sich die iranische Führung in seinen Augen falsch verhalten. Ähnliche Drohungen, teils mit deutlich schärferen Worten, hatte der US-Präsident in den vergangenen Wochen immer wieder ausgesprochen. Bundeskanzler Friedrich Merz hatte jüngst mit kritischen Worten auf die US-Taktik reagiert. Bei einer Diskussion mit Schülern sagte er kürzlich, die USA könnten den Krieg nicht schnell beenden, "weil die Iraner offensichtlich stärker sind als gedacht und die Amerikaner offensichtlich auch in den Verhandlungen keine wirklich überzeugende Strategie haben". Trump attackierte Merz danach persönlich und kündigte zudem einen Abzug von US-Truppen aus Deutschland an.

Die USA und Israel hatten Ende Februar mit Luftangriffen den Iran-Krieg begonnen. Teheran reagierte darauf mit Raketen- und Drohnenangriffen auf Israel sowie auf mehrere Golfstaaten und US-Einrichtungen in der Region. Zudem sperrt der Iran die Straße von Hormus, während die USA iranische Häfen blockieren.

Quelle: ntv.de, spl/dpa/AFP

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