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NRA-Chef gegen strengere Gesetze Waffenlobby macht Druck auf Trump

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Wayne LaPierre bei einem Besuch im Weißen Haus.

(Foto: AP)

Die Rufe nach einer Verschärfung der Waffengesetze werden in den USA immer lauter. Selbst Donald Trump spricht sich mittlerweile für strengere Hintergrundchecks aus - zum Leidwesen der NRA. Doch die Waffenlobby versucht bereits, auf den US-Präsidenten einzuwirken.

Nach den Schusswaffenangriffen von El Paso und Dayton mit 31 Toten hat der Chef der mächtigen US-Waffenlobby NRA einen Verzicht auf eine Verschärfung der Waffengesetze gefordert. Wayne LaPierre deutete an, nach den jüngsten Attacken mit US-Präsident Donald Trump gesprochen zu haben. Die "Washington Post" berichtete unter Berufung auf namentlich nicht genannte Quellen, dass LaPierre den US-Präsidenten am Dienstag während eines Telefonats vor strengeren Hintergrundüberprüfungen von Waffenkäufern gewarnt habe.

Trump hatte sich nach den Anschlägen in der Debatte um das lockere US-Waffenrecht für strengere Hintergrundüberprüfungen ausgesprochen. Das Weiße Haus bestätigte das Gespräch mit LaPierre nicht.

Er wolle die Inhalte "privater Gespräche" mit Trump oder anderen hochrangigen Politikern zu diesem Thema nicht öffentlich machen, teilte LaPierre mit. Sein Verband sei jedoch gegen "jede Gesetzgebung, die auf ungerechte Weise die Rechte gesetzestreuer Bürger verletzt", bekräftigte der NRA-Chef. "Die unbequeme Wahrheit ist: Die Vorschläge, die nun von vielen erörtert werden, hätten die schrecklichen Tragödien von El Paso und Dayton nicht verhindert."

Repräsentantenhaus für strengere Hintergrundchecks

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Der Einladung zum jährlichen Treffen der NRA kam Trump im April noch nach.

(Foto: AP)

Die Rufe nach einer Verschärfung der Waffengesetze waren zuletzt lauter geworden. Mehr als 200 Bürgermeister forderten am Donnerstag den US-Senat dazu auf, ein Gesetz anzunehmen, das Hintergrundüberprüfungen für alle Waffenkäufe und eine stärkere Regulierung beim Handel mit gebrauchten Waffen vorsieht. Die Abgeordneten im Repräsentantenhaus hatten das Gesetz bereits angenommen.

Trump hatte der US-Bevölkerung diese Woche einen "sehr starken Appetit" auf strengere Hintergrundüberprüfungen von Waffenkäufern attestiert. "Ich will psychisch instabilen Menschen keine Waffen in die Hand geben, oder Menschen mit Wut und Hass, oder kranken Menschen", betonte Trump.

NRA-Chef befürchtet "weniger Sicherheit" für US-Bürger

Trump gilt als Freund der Waffenlobby. Auch auf Trumps Republikanische Partei können die Lobbyisten fest zählen. Trumps Vorgänger Barack Obama war bei diversen Anläufen für eine Verschärfung der Waffengesetze am Widerstand der Republikaner gescheitert. Kurz nach seinem Amtsantritt als US-Präsident hatte Trump ein unter seinem Vorgänger erlassenes Gesetz rückgängig gemacht, dass es psychisch erkrankten Menschen erschwert hätte, Waffen zu erwerben.

Ohne sich auf eine konkrete Initiative zu beziehen, erklärte LaPierre, die nun diskutierten Gesetzesverschärfungen führten dazu, dass Millionen US-Bürger "weniger sicher und weniger in der Lage wären, sich und ihre Liebsten zu verteidigen".

Quelle: n-tv.de, mba/AFP

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