Politik

Nach Todesfahrt in Manhattan Was wir über den mutmaßlichen Täter wissen

Mit einem Pick-up-Truck rast ein Mann am Dienstagabend auf einen Fahrradstreifen in New York und tötet acht Menschen. Die Polizei kann ihn festnehmen. Wer ist der Verdächtige? Und was trieb ihn zu der Tat? Ein Überblick über die aktuellen Erkenntnisse.

Bei dem festgenommenen Verdächtigen, der am Dienstagabend auf dem West Side Highway in Manhattan in eine Gruppe Fußgänger und Fahrradfahrer gerast sein soll, handelt es sich den Behörden zufolge um einen gebürtigen Usbeken. Der 29-jährige Sayfullo Saipov sei im Jahr 2010 legal in die Vereinigten Staaten eingereist und habe zunächst im US-Bundesstaat Ohio und dann später in einem Apartmentkomplex in Tampa, Florida, gelebt. Den Pick-up-Truck, mit dem er den Anschlag verübte, soll der Terrorverdächtige selbst angemietet haben.

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Zuletzt arbeitete Saipov als Fahrer für den Fahrdienstvermittler Uber, wie ein Sprecher des Unternehmens bestätigte. Er sei seit sechs Monaten für die Firma gefahren - habe mehr als 1400 Fahrten gemacht. Auch einen Sicherheitscheck habe er problemlos bestanden. "Wir sind völlig schockiert angesichts dieses sinnlosen Aktes der Gewalt", sagte der Sprecher. "Unsere Gedanken sind bei den Opfern und deren Familien." Er kündigte an, Uber werde mit den Ermittlungsbehörden zusammenarbeiten.

Ein Bekannter sagte dem "Cincinnati Enquirer", Saipov habe nach seiner Einreise in die USA zunächst zwei Wochen bei der Familie eines Freundes in einem Vorort von Cincinnati gewohnt. Den Usbeken beschrieb er als ruhigen und hart arbeitenden Mann. "Er hat immer gearbeitet", sagte Dilnoza Abdusamatova der Zeitung. "Er ging nicht auf Partys oder so etwas. Er kam nach Hause, schlief und ging wieder zur Arbeit."

Saipov heiratete 2013 in USA

Berichten zufolge hat Saipov in den vergangenen Jahren mehrere kleine Unternehmen für Fahrdienstleistungen gegründet - eines davon in Cincinnati, das andere in der Nähe von Cleveland. 2016 sei Haftbefehl gegen ihn erlassen worden, weil er nicht zu einer Anhörung erschienen war. Diese war angesetzt worden, weil er mit den falschen Bremsen an seinem Fahrzeug gefahren war. Berichten zufolge bekannte sich Sapiov schuldig und zahlte 200 Dollar Strafe sowie die Gerichtskosten.

Ein Bekannter von Saipov aus Florida sagte der "New York Times", er habe den 29-Jährigen als "sehr guten Kerl" kennengelernt. "Auch meine Kinder mochten ihn", erklärte Kobiljon Matkarov. "Er hat immer mit ihnen gespielt." Laut dem Sender ABC war Saipov zuletzt in der Stadt Patterson im US-Bundesstaat New Jersey gemeldet. Dort habe er gemeinsam mit seiner Frau, ebenfalls eine gebürtige Usbekin, und drei Kindern gewohnt. US-Medienberichten zufolge ist der Terrorverdächtige seit April 2013 verheiratet.

Schwerster Anschlag seit 9/11

Mit einem Kleinlaster soll Saipov am Dienstagabend in Manhattan mindestens acht Menschen getötet und elf weitere verletzt haben. Er war mit einem gemieteten Pick-up auf einen Fußgänger- und Fahrradweg gefahren und erfasste mehrere Menschen. Unter den Toten waren nach Angaben der Behörden der jeweiligen Länder auch eine Belgierin sowie fünf Argentinier. Nach Angaben des Auswärtigen Amtes wurde auch eine Deutsche verletzt. Details sind noch nicht bekannt.

Die Behörden gehen davon aus, dass Saipov keine Komplizen hatte. Er habe wohl allein gehandelt, sagte der Gouverneur des Bundesstaates New York, Andrew Cuomo. Es gebe keine Hinweise darauf, dass es sich um eine breiter angelegte Tat handele. Medienberichten zufolge soll Saipov nach der Tat "Allahu Akbar" gerufen haben. Zudem seien in dem Truck handgeschriebene Notizen gefunden worden, die auf eine Verbindung zur Terrormiliz Islamischer Staat (IS) schließen lassen. Bekannt hat sich bisher aber niemand.

Sollte sich der Terrorverdacht bestätigen, wäre es der schwerste islamistische Anschlag in New York seit dem Flugzeug-Attentat auf das World Trade Center, bei dem am 11. September 2001 mehr als 2600 Menschen getötet wurden.

Quelle: n-tv.de, jug/rts

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