Politik

Terroranschlag in London Was wir wissen - und was unklar ist

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Auf der London Bridge haben drei Attentäter mehrere Fußgänger überfahren, dann griffen sie Menschen in einer beliebten Markthalle an.

(Foto: imago/PA Images)

Acht Minuten dauert der Terror um die London Bridge. Die traurige Bilanz: Sieben Tote, viele Schwerverletzte, 21 Menschen befinden sich noch in kritischem Zustand. Drei Täter wurden erschossen, ihre Identität ist öffentlich noch nicht bekannt. Die Fakten im Überblick.

Was wir wissen

Tatablauf:

  • Am Samstagabend, wenige Minuten nach 22 Uhr Ortszeit, rast ein Transporter über die London Bridge im Zentrum der britischen Hauptstadt. Dann biegt er nach links und fährt "Schlangenlinien" auf dem Fußweg. Dabei erfasst der weiße Van fünf oder sechs Menschen. Laut Augenzeugen befinden sich drei Männer in dem Fahrzeug.
  • Der zweite Angriff in der nahegelegenen Markthalle Borough Market wird der Polizei kurz darauf gemeldet. Dort attackieren die Angreifer Menschen in Bars und Restaurants. Augenzeugen zufolge tragen sie Messer bei sich und stechen damit auf ihre Opfer ein.
  • Alle drei Männer haben Dosen um den Bauch geschnallt und tragen Westen - offenbar um Panik vor einem Selbstmordanschlag zu schüren. Die "Bombengürtel" stellen sich später als Attrappen heraus.
  • Zeugen berichten, sie hätten gehört, wie die Männer "Dies ist für Allah" gerufen hätten.
  • Acht Minuten nach dem ersten Notruf stellen Polizisten die Angreifer am Borough Market und erschießen sie. Sie gelten als mutmaßliche Täter.
  • Laut offiziellen Angaben feuern die Polizisten im Zuge des Vorgehens insgesamt 50 Schuss ab. Dies sei eine "nie dagewesene" Zahl. Acht Beamte hätten ihre Magazine leergeschossen, sagt der Chef der Anti-Terror-Polizei, Mark Rowley. Sie wollten demnach sicherstellen, dass die Angreifer wirklich "neutralisiert" sind.
  • Ein weiterer Vorfall im Londoner Bahnhof Vauxhall, bei dem die Polizei zu einer Messerstecherei gerufen wurde, steht nicht mit der Tat auf der London Bridge in Zusammenhang.

Viele Opfer:

  • Sieben Menschen wurden noch am Tatort getötet. 48 wurden insgesamt verletzt.
  • 36 Menschen sind noch im Krankenhaus - einige von ihnen mit sehr schweren Verletzungen. 21 befinden sich in kritischem Zustand.
  • Unter den Verletzten befinden sich zahlreiche Ausländer. Laut Innenminister de Maizière wurden zwei Deutsche verletzt - einer davon schwer.
  • Der nationale Gesundheitsdienst teilt mit, dass einige Krankenhäuser zum Schutz der Patienten abgeriegelt wurden.
  • Unter den Verletzten sind mehrere Polizisten. Ein Polizist der Verkehrsbetriebe soll auf der London Bridge mit einem Messer im Gesicht verletzt worden sein. Er soll als Erster zum Tatort geeilt sein. Er habe sich dann den drei Attentätern in den Weg gestellt.

Täter

  • Die Terrormiliz Islamischer hat den Anschlag für sich reklamiert. 
  • IS-Anhänger feierten den Anschlag in London.
  • Kämpfer des IS hätten die Tat ausgeführt, teilte das IS-Sprachrohr Amak mit.
  • Dieses konnte bisher nicht auf Echtheit überprüft werden. Es wurde aber über für den IS übliche Kanäle und in der üblichen Form verbreitet.

Auswirkungen auf den Wahlkampf:

  • Premierministerin Theresa May verkündet einen Vier-Punkte-Plan gegen Terror. Einen direkten Zusammenhang zum Anschlag in Manchester vor knapp zwei Wochen gebe es nach derzeitigem Stand nicht.
  • Man dürfe nicht zulassen, dass Gewalt den demokratischen Prozess aufhalte. May ruft die Briten dazu auf, als Gesellschaft geschlossen dem Extremismus den Kampf anzusagen.
  • Die britischen Konservativen und die Labour-Partei kündigen an, ihren Wahlkampf auf nationaler Ebene zunächst für einen Tag zu unterbrechen. Am Donnerstag wird in Großbritannien gewählt.

Was unklar ist

Mögliche Hintermänner:

  • Die Identität der drei mutmaßlichen Täter ist weiterhin unbekannt.
  • Außerdem ist unklar, ob es sich bei den drei Männern, welche von der Polizei erschossen wurden, um die einzigen Täter handelt.
  • Eld Menschen wurden im Stadtteil Barkin in Gewahrsam genommen. Inwiefern die Festnahmen mit dem Attentat in Verbindung stehen, ist noch unklar. Ein Mann wurde wieder freigelassen.
  • Zwei weitere Festnahmen im Ostlondoner Stadtteil East Ham bestätigt Scotland Yard nicht.

Quelle: n-tv.de, lsc/dsi