Politik

Verleger aus dem Höcke-Umfeld Weidel beschäftigt Kubitschek-Schwiegersohn

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Beginn des AfD-Bundesparteitags in Riesa: Weidel sucht nach der richtigen Sitzposition.

(Foto: picture alliance/dpa)

Auf einem Bundesparteitag stellt die AfD gerade ihre Führung neu auf. Passend zum erwarteten Rechtsruck sickert durch, dass ein Familienmitglied des rechtsextremen Verlegers Kubitschek im Ressort von Fraktionschefin Weidel für Grundsatzfragen verantwortlich ist.

Ein Familienangehöriger des rechtsextremen Verlegers Götz Kubitschek arbeitet einem "Spiegel"-Bericht zufolge für die AfD-Bundestagsfraktion. Mario B., der mit einer Tochter von Kubitscheks Ehefrau verheiratet sei, sei seit März Grundsatzreferent im Zuständigkeitsbereich von Fraktionschefin Alice Weidel, berichtete das Magazin. Kubitschek ist Mitbegründer der Denkfabrik "Institut für Staatspolitik" mit Sitz im sachsen-anhaltischen Schnellroda. Er gilt als einflussreicher Berater des Rechtsaußen-Flügels um den Thüringer Björn Höcke.

Der Verfassungsschutz beobachtet die Denkfabrik, bei der Weidel 2019 auftrat, sowie deren Zeitschrift "Sezession". Dem Bericht zufolge studierte B. in Hamburg Jura und soll Mitglied der rechtsextremen "Hamburger Burschenschaft Germania" sein, die seit 2014 im Visier des Hamburger Nachrichtendienstes ist.

Auf Anfrage wollte sich B. dem Bericht zufolge nicht äußern. Der "Spiegel" zitierte einen Sprecher von Weidel mit den Worten: "Zu einzelnen Mitarbeitern äußert sich die Fraktion nicht. Ich kann Ihnen lediglich mitteilen, dass Herr B. ein ordentliches Bewerbungsverfahren durchlaufen hat."

Parteitag zur Dauerkrise

Die AfD kam am Vormittag zu einem dreitägigen Bundesparteitag im sächsischen Riesa zusammen. Die rund 600 Delegierten wählen unter anderem eine neue Parteispitze. Anträge zur Satzungsänderung zielen darauf, künftig auch eine Einzelspitze zu ermöglichen. Tino Chrupalla, der seit Ende 2019 Parteichef ist, kandidiert erneut; trotz der schweren Krise der Partei wird mit seiner Wiederwahl gerechnet. Die AfD ist tief gespalten, es herrscht Dauerstreit zwischen dem als gemäßigter geltenden und dem radikal rechten Flügel.

Wer für den Fall einer erneuten Doppelspitze an Chrupallas Seite treten könnte, ist offen. Seine Wunschkandidatin ist Weidel. Der Parteitag gilt als richtungsweisend für die AfD, je nachdem, wie stark sich in Riesa das Lager um Rechtsaußen Höcke durchsetzt. Gemäßigtere Kräfte treten nicht mehr an.

Quelle: ntv.de, mau/AFP

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