Politik

Streit um MilitärbasenWeißes Haus behauptet Einigung mit Spanien - Madrid widerspricht

05.03.2026, 00:11 Uhr
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US-Regierungssprecherin Leavitt sagt, Spanien habe einer Militärkooperation mit den USA zugestimmt. Spaniens Außenminister Albares hat aber nicht "die geringste Ahnung, wie sie darauf kommt". (Foto: picture alliance / Sipa USA)

Spanien kritisiert als eines der wenigen europäischen Länder die US-Angriffe auf den Iran und verbietet Washington die Nutzung seiner Militärstützpunkte. Dann verkündet US-Regierungssprecherin Leavitt plötzlich eine Einigung - doch Madrids Außenminister widerspricht prompt.

Spaniens Außenminister José Manuel Albares hat eine Darstellung des Weißen Hauses dementiert, nach der das EU-Land nun doch mit dem US-Militär zusammenarbeiten möchte. "Die Position der spanischen Regierung hinsichtlich des Kriegs im Nahen Osten, den Bombardierungen des Irans und der Nutzung unserer Basen hat sich nicht verändert", sagte er in einem Interview des Senders Cadena Ser.

Kurz zuvor hatte US-Regierungssprecherin Karoline Leavitt in Washington gesagt, dass sich Spanien zu einer Zusammenarbeit bereit erklärt habe. Ihres Wissens nach habe das EU-Land "in den vergangenen Stunden" einer Kooperation mit den USA zugestimmt, sagte sie. Zugleich betonte Leavitt, dass US-Präsident Donald Trump von allen europäischen Verbündeten erwarte, "bei dieser lang ersehnten Mission zusammenzuarbeiten". Albares sagte dagegen, er habe nicht "die geringste Ahnung, wie sie darauf kommt."

Spaniens Ministerpräsident Pedro Sánchez hatte zuvor seine Ablehnung des Angriffs der USA und Israels auf den Iran bekräftigt. "So beginnen die großen Katastrophen der Menschheit … Man kann nicht Russisches Roulette mit dem Schicksal von Millionen Menschen spielen", sagte Sánchez in einer Fernsehansprache an die Nation. Die Position der spanischen Regierung sei klar: "Nein zum Krieg", sagte Sánchez. Seine Regierung werde sich nicht "an etwas mitschuldig machen, das der Welt schadet und unseren Werten und Interessen widerspricht, nur aus Angst vor Vergeltungsmaßnahmen".

Trump hatte am Vortag bei einem Treffen mit Bundeskanzler Friedrich Merz harte Kritik an den Regierungen in Madrid und London geübt. "Einige europäische Länder wie Spanien haben sich schrecklich verhalten", sagte er mit Blick auf die US-Angriffe auf den Iran. "Spanien hat tatsächlich gesagt, dass wir ihre Stützpunkte nicht nutzen dürfen", beschwerte sich Trump . "Sie waren unfreundlich." Und deshalb habe er seinen Finanzminister Scott Bessent angewiesen, "alle Deals" mit Madrid einzustellen. Welche Abkommen Trump meinte, blieb zunächst unklar.

Vor laufenden Kameras ging Merz im Weißen Haus nicht auf die Angriffe Trumps ein. Danach erklärte der Bundeskanzler, Trump ohne Anwesenheit der Presse seine Meinung dazu klar gesagt zu haben. Madrid zeigte sich im Anschluss verärgert über den mangelnden Beistand des CDU-Politikers in der Öffentlichkeit.

Quelle: ntv.de, uzh/dpa

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