Politik

Trotz des US-RahmenabkommensWeitere israelische Luftangriffe auf den Südlibanon

17.06.2026, 12:02 Uhr
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Israelisches Militär im Süden des Libanon. (Foto: picture alliance / Anadolu)

Das Rahmenabkommen zwischen den USA und dem Iran sieht eigentlich eine Waffenpause für die gesamte Region vor, in der bisher gekämpft wurde. Doch die Scharmützel im Libanon gehen weiter.

Israels Armee hat libanesischen Staatsmedien zufolge Luftangriffe auf mehrere Gebiete im Süden des Libanon geflogen. Wie die libanesische Nachrichtenagentur NNA meldete, zielten die Angriffe auf die Region Nabatije al-Fauka und die östlichen Ausläufer der nahe gelegenen Stadt Kfar Tebnit. NNA meldete zudem einen israelischen Drohnenangriff in der Stadt Ansarijeh in der Region Sahrani. Israels Armee äußerte sich bislang nicht dazu.

Am Vortag hatte NNA vier Tote bei neuen israelischen Angriffen im Süden des Libanon gemeldet. Demnach zielten die israelischen Angriffe auf zwei Fahrzeuge im Ort Majfadun sowie ein weiteres im nahe gelegenen Schukin. Einige örtliche Medien berichteten von mindestens sechs Todesopfern.

Israels Armee erklärte, sie habe mit ihren Angriffen am Dienstag auf erneuten Hisbollah-Raketenbeschuss reagiert. Demnach feuerte die vom Iran unterstützte Miliz am Dienstag Raketen auf israelische Soldaten im Süden des Libanon ab - trotz eines Rahmenabkommens zwischen den USA und dem Iran über ein Ende des Iran-Krieges, das sich auch auf den Libanon erstreckt. Der Nachrichtenkanal Al Dschasira berichtet von Angriffen der Miliz mit mindestens zehn Raketen auf israelische Truppen im Libanon.

Rahmenabkommen sieht sofortige Waffenruhe vor

Die Einigung zwischen den USA und dem Iran war am Sonntag verkündet worden, es soll am Freitag von beiden Seiten unterzeichnet werden. Das Rahmenabkommen sieht unter anderem eine sofortige Waffenruhe in der gesamten Region vor. Vorgesehen ist zudem eine Phase von 60 Tagen, in der Washington und Teheran ein abschließendes Friedensabkommen ausarbeiten wollen. Dabei soll es auch um die heikle Frage des iranischen Atomprogramms gehen. Die Hisbollah beansprucht bislang keinen der neuen Angriffe für sich.

Israels Regierung hatte nach Bekanntwerden der US-iranischen Rahmenvereinbarung erklärt, sie werde "beim Schutz unserer Bürger keine Kompromisse eingehen". Die Hisbollah hat eine zuvor zwischen Israel und dem Libanon vereinbarte Waffenruhe nie anerkannt. Auch ihre Entwaffnung durch Beirut lehnt die Miliz ab.

Der Iran drohte Israel nach den Angriffen mit vier Toten vom Dienstag mit einer "harten Reaktion". Wenn die israelische Armee "ihre Aggression im Süden des Libanon nicht einstellt, muss sie mit einer harten Reaktion der mächtigen Streitkräfte der Islamischen Republik Iran rechnen", hieß es in einer im Fernsehen ausgestrahlten Erklärung des Zentralkommandos der iranischen Armee.

Die Hisbollah ist Teil der vom Iran angeführten "Achse des Widerstands", deren erklärtes Ziel die Vernichtung Israels ist. Außer der Miliz im Libanon gehören dazu proiranische Milizen im Irak, die Huthis im Jemen und die islamistische Hamas im Gazastreifen, die mit ihrem Angriff auf Israel am 7. Oktober 2023 den Gaza-Krieg ausgelöst hatte.

Allerdings soll sich auch der Iran nicht ganz ruhig verhalten. Wie NBC News unter Berufung auf einen US-Beamten berichtet, hat dieser seit der Unterzeichnung des Rahmenabkommens mit den USA jede Nacht mehrere Drohnen auf Handelsschiffe in der Straße von Hormus abgefeuert. Der Beamte erklärte demnach dem Sender, das US-Militär schieße die vom Korps der Islamischen Revolutionsgarden des Iran gestarteten Drohnen ab, bevor diese Schiffe oder Personal in der Region gefährden könnten.

Quelle: ntv.de, ghö/AFP/dpa

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