Politik

Spahn bittet um Impf-Geduld "Wenn Sie sauer sein wollen, seien Sie sauer auf mich"

Gesundheitsminister Spahn und RKI-Chef Wieler rufen zu Vorsicht über Pfingsten auf. Spahn bittet um Geduld beim Impfen. Mit Blick auf den digitalen Impfpass räumt der Minister ein, dass beim Übertrag eine Fälschungsanfälligkeit gegeben sei.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat vor Leichtsinn über die Pfingsttage gewarnt. Trotz Fortschritten bei Impfkampagne und Pandemiebekämpfung gelte es weiter, vorsichtig zu sein, sagte der CDU-Politiker in seiner regelmäßigen Pressekonferenz mit dem Chef des Robert-Koch-Instituts, Lothar Wieler. "Die Pandemie ist noch nicht vorbei."

Auch Wieler sagte: "Die Pandemie ist noch nicht vorbei, die Gefahr ist noch nicht gebannt." Er rief dazu auf, die bekannten Vorsichtsmaßnahmen beizubehalten. "Das haben wir jetzt monatelang gemacht, das schaffen wir auch die letzten Wochen."

Die ab 7. Juni bundesweit geplante Aufhebung der Priorisierung nannte Spahn sinnvoll. Das Impfen müsse so einfach wie möglich gemacht werden. Zugleich bat er darum, die Arztpraxen und Impfzentren nicht zu bedrängen sowie Verständnis zu haben, wenn es nicht gleich einen Impftermin gebe. "Und wenn Sie unbedingt sauer sein wollen, weil's vielleicht nicht gleich beim ersten Anruf klappt, dann seien Sie im Zweifel sauer auf mich", sagte Spahn. "Aber bitte haben Sie Verständnis für diejenigen, die in den Arztpraxen, die Arzthelferinnen und Arzthelfer, die Ärztinnen und Ärzte, alle, die dort jeden Tag mithelfen, wirklich ihr Bestes geben, um jedem schnellstmöglich einen Impftermin möglich zu machen."

"Am Ende betrügt man sich selbst"

Das Ziel der Impfkampagne, allen Impfwilligen und Impffähigen ein Angebot zu machen, könnte laut Spahn nach jetzigem Stand bereits "deutlich vor" dem Ende des Sommers im September erreicht werden. "Es geht jetzt um Wochen, nicht um Monate", sagte er über die Entwicklung bei den Impfzahlen.

Mit Blick auf den digitalen Impfpass räumte Spahn ein, dass beim Übertrag eine Fälschungsanfälligkeit gegeben sei. Diesen Übertrag sollen Impfzentren, Arztpraxen oder Apotheken vornehmen. Die Echtheit eines Impfnachweises aus Papier könne nur "nach fachlicher Augenscheinkontrolle" gemacht werden, Betrug oder Fehler könnten daher nicht zu hundert Prozent ausgeschlossen werden. "Ich kann immer nur wieder sagen: Am Ende betrügt man sich selbst, weil man sich selbst einen Schutz vorgaukelt, den man nicht hat."

Spahn verwies darauf, dass der Bundestag am Donnerstag harte Strafen für Fälschungen von Impfpässen beschlossen habe.

Quelle: ntv.de, hvo/AFP

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