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"Wenn etwas eskalieren sollte…"Bundeswehr sagt wichtigen Übungsflug wegen Nahost-Konflikts ab

04.03.2026, 17:38 Uhr
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Der Airbus A330 MRTT soll vorerst nicht für Übungen gebunden werden. (Foto: picture alliance / Geisler-Fotopress)

Eigentlich plant die Bundeswehr in dieser Woche mit "Medic Quadriga 2026" die größte militärische Sanitätsübung seit dem Angriffskrieg auf die Ukraine. Einer der Flüge fällt nun aus Sicherheitsgründen aus - die Besatzung müsse wegen des Kriegs im Iran einsatzbereit bleiben.

Die Bundeswehr verzichtet aufgrund der unsicheren Bedrohungslage im Konflikt mit dem Iran auf eine der größten Sanitärübungen seit dem russischen Angriffskrieg auf die Ukraine. Das sagte Bundeswehr-Sprecher Mitko Müller auf Anfrage von RTL/ntv. "Es war vorgesehen, dass man eine größere Anzahl von Übungsverletzten aus Litauen nach Deutschland fliegt, mit einem sogenannten Airbus A330 MRTT." Dieser Flug werde nicht mehr stattfinden, so Müller.

Mit "Medic Quadriga 2026" will der Sanitätsdienst der Bundeswehr die Rettungskette und die Versorgung Verwundeter bis nach Deutschland im Falle eines Artikel-5-Szenarios der Nato testen. Erstmals sollten im großen Stil der Patiententransport nach Deutschland und die dortige weitere Patientenversorgung trainiert werden. Auch zivile Versorger, Krankenhäuser und Blaulichtorganisationen sollten in die Übung eingebunden gewesen sein.

Der für die Übung vorgesehene Airbus A330 MRTT (Multi Role Tanker Transport) ist ein Militärflugzeug, das für Luftbetankung, Truppen- und Materialtransport und medizinische Evakuierung (MedEvac) konzipiert wurde. Es habe für Verwundetenversorgung Intensivbetten an Bord und auch Sanitätsfachpersonal, so Müller. "Ich glaube, das ist sehr gut nachvollziehbar, dass wir jetzt die Entwicklungen, die wir dort im Nahen Mittleren Osten haben, auch berücksichtigen müssen und sagen, dass wir diese Hochwertfähigkeiten nicht an dem Tag binden wollen."

Deutschland muss einsatzbereit bleiben

Wenn ein solches Militärflugzeug fliegt, sei es immer gebunden, erklärt Müller. Es gebe eine technische Vor- und Nachbereitung sowie medizinische Crews im Einsatz. Das seien in etwa 15 und 25 Sanitäter, Anästhesisten, Spezialärzte, OP-Teams plus das normale Personal. Dazu kämen nochmals 500 Soldatinnen und Soldaten in der Region. "Wir haben also eine ganze Menge Personal, wo wir einfach sicherstellen wollen, dass, wenn etwas eskalieren sollte, dass wir in Deutschland die Mittel haben und die Kräfte haben, um dann schnell reagieren zu können. Deswegen findet dieser Flug nicht statt."

Die restlichen Übungen sollen aber nach jetzigem wie geplant stattfinden, so Müller. Auch Verteidigungsminister Boris Pistorius werde sich die Übung anschauen und sich anschließend dazu äußern. Mit über 1000 beteiligten Soldatinnen und Soldaten sowie etwa 250 zivilen Übungsteilnehmenden von Bund, Ländern und nicht-staatlichen Organisationen ist "Medic Quadriga 2026" die größte und komplexeste Übung des Sanitätsdienstes seit Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine.

Quelle: ntv.de, vmi/tko

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