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Mit Arbeit, Liebe, Abenteuer Wie der IS junge Frauen locken will

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Immer mehr Frauen schließen sich dem Islamischen Staat an.

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Die Terrormiliz Islamischer Staat bemüht sich um neue Mitstreiter. Gefragt sind vor allem junge Frauen, denn eine rein männliche Gesellschaft wird keine Zukunft haben. Ihnen wird eine romantische Zukunft im "einzigen islamischen Staat der Welt" versprochen.

Der Islamische Staat schockiert die Welt mit Bildern von Folter und Enthauptungen. Sympathisanten im Westen hingegen lockt die Terrorgruppe mit dem Versprechen von Arbeit, Liebe und Abenteuer. "Der IS verkauft eine islamische Utopie an junge Männer und Frauen", sagt Lina Chatib, die Leiterin des Nahost-Zentrums der Carnegie-Stiftung in Beirut. "Ihnen wird vorgegaukelt, dass sie im einzigen islamischen Staat der Welt eine wichtige Rolle spielen könnten."

Die Werbestrategie des IS scheint aufzugehen. Experten gehen davon aus, dass sich rund 3000 Menschen aus dem Westen den Islamisten in Syrien und im Irak angeschlossen haben, unter ihnen etwa 550 Frauen. Das vom IS kontrollierte "Kalifat" umfasst inzwischen ein Gebiet, das doppelt so groß ist wie Jordanien und in dem sechs Millionen Menschen leben. Anfangs zielte die Propaganda nur auf Männer ab, inzwischen versucht der IS zunehmend, auch westliche Frauen für ein Leben im "Kalifat" zu begeistern.

Einige machen's vor

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Jüngstes Beispiel sind drei 15 und 16 Jahre alte Mädchen aus London, die im Februar von zu Hause ausrissen, in die Türkei flogen und von dort aus vermutlich weiter nach Syrien zogen. Eine der Jugendlichen soll Kontakt zu Aqsa Mahmood gehabt haben. Mahmood, eine Frau aus dem schottischen Glasgow, reiste vergangenes Jahr nach Syrien, um dort einen IS-Kämpfer zu heiraten. Mahmoods englischsprachiger Blog "Diary of a Muhajirah" ("Tagebuch einer Reisenden") gilt als eines der wichtigsten auf Frauen abzielenden Propagandainstrumente des Islamischen Staates.

"Wir müssen keine Miete zahlen, wir bekommen die Häuser umsonst", schwärmte Mahmood kürzlich in ihrem Blog über die angeblich paradiesischen Zustände im Gebiet der Islamisten. "Auch Strom- und Wasserrechnungen müssen wir nicht bezahlen. Jeden Monat bekommen wir Lebensmittel: Nudeln, Konserven, Reis, Eier."

Romantik im Terrorstaat

Auch Arbeit gebe es. Frauen könnten im Bildungs- und Gesundheitsbereich arbeiten, schreibt die Bloggerin und berichtet weiter vom Heiraten im "Kalifat": Jedes Paar bekomme zur Hochzeit 700 Dollar (rund 660 Euro) geschenkt, der Bräutigam werde zudem für sieben Tage vom Kampf freigestellt. Ihre Mitgift könnten sich die Bräute selbst aussuchen - die meisten entschieden sich für Kalaschnikows statt Schmuck. "Bis dass der Märtyrertod uns scheidet" steht unter einem Foto im Blog, das einen bärtigen Kämpfer mit seiner weiß verschleierten Braut zeigt.

"Diese Mädchen sind auf der Suche nach dem Abenteuer", sagt Hassan Hassan, Autor eines Buches über den IS über Frauen, die in den Dschihad ziehen. "Manche leben in einer Fantasiewelt und träumen davon, einen Kämpfer zu heiraten."

Null Toleranz gegenüber Deserteuren

Auch die in mehreren Sprachen erscheinende Zeitschrift des IS, "Dabiq", versucht Muslime mit Versprechungen von einem einfachen und guten Leben zu ködern. "Es gibt viele Häuser und die nötigen finanziellen Mittel für dich und deine Familie", heißt es darin. Der Islamische Staat brauche vor allem "Richter, Menschen mit militärischen oder verwaltungstechnischen Kenntnissen, Ärzte und Ingenieure", lautet eine Stellenanzeige in der Zeitschrift.

Für jene Männer und Frauen, die diesen Versprechungen folgen, gibt es meist kein Zurück. Mehr als 120 Menschen wurden nach Angaben der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte zwischen Oktober und Dezember 2014 getötet, weil sie versuchten, das IS-Territorium zu verlassen.

"Ich habe mit zwei jungen Männern gesprochen, die es raus geschafft haben", sagt die Wissenschaftlerin Chatib. "Sie fühlten sich betrogen." Statt in einem islamischen Utopia hätten sie sich in einem Regime der Unterdrückung und der Denkverbote wiedergefunden.

Quelle: n-tv.de, Mohamad Ali Harissi, AFP

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