Politik

Baupanne zwischen Mexiko und USA Wind bläst Stück von Trumps Mauer um

Die Mauer zwischen Mexiko und den USA ist für US-Präsident Trump ein Prestigeprojekt. Nun gab es eine Panne beim Bau: Ein Windstoß bläst einen Teil des Walls um.

Bei Bauarbeiten an der Grenzmauer zwischen Mexiko und den USA sind Stahlelemente nach heftigen Windstößen umgekippt. Wie der britische "Guardian" unter Berufung auf den US-Grenzschutz berichtet, ereignete sich der Zwischenfall in Kalifornien, zwischen den Städten Calexico, das auf US-Seite liegt und Mexicali, das sich direkt an der Grenze im Nachbarland befindet. Nach Windstößen hätten sich die mehr als neun Meter hohen Stahlelemente in einem steilen Winkel geneigt, heißt es in dem Bericht.

Da der Grenzzaun unmittelbar entlang einer viel befahrenen Straße auf mexikanischer Seite verläuft, war das nicht ungefährlich. Die mexikanische Verwaltung habe aber glücklicherweise schnell reagiert und den Verkehr umgeleitet, wird der US-Grenzschutz in der "L. A. Times" zitiert. Die Stahlelemente seien dann wieder aufgerichtet und die Arbeiten fortgesetzt worden. Ursache für die Panne sei gewesen, dass die Betonfundamente für das Zaunelement noch nicht getrocknet seien.

Eine wie von Trump ursprünglich favorisierte Mauer aus Beton hätte womöglich größeren Schaden angerichtet. Mittlerweile hat der Präsident aber eingeräumt, dass die "Mauer" tatsächlich ein Stahlzaun ist. Laut dem "Guardian" sagte Trump Anfang Januar, die Barriere oder die Mauer könne auch aus Stahl sein, wenn das besser funktioniere. Sie ist eines seiner größten Wahlversprechen und hatte für Diskussionen in den USA gesorgt. Tatsächlich hatte es aber schon vorher einen Zaun gegeben.

Erst 160 Kilometer fertig

Illegale Einwanderung wird überparteilich als Problem angesehen, es gibt aber große Differenzen zwischen Republikanern und Demokraten, wie das Problem angegangen werden sollte. So waren letztere gegen Trumps Prestigeprojekt und blockierten dessen volle Finanzierung. Im vergangenen Februar hatte Trump dann einen nationalen Notstand an der Grenze zu Mexiko ausgerufen, um ohne parlamentarische Zustimmung zusätzliche Milliarden für die Mauer zu beschaffen und bestehende Mittel dafür umwidmen zu können. Er begründete den Notstand mit einer angeblichen "Invasion" von Migranten, kriminellen Banden sowie mit Drogenschmuggel.

Mithilfe der Notstandserklärung konnte der Präsident andere Geldtöpfe, eben beim Verteidigungsministerium, anzapfen. Das Pentagon schöpfte 3,6 Milliarden US-Dollar von bestehenden Projekten für den Mauerbau ab. Trumps Plan zufolge soll überall dort ein Zaun errichtet werden, wo bislang keine Grenzbefestigungen sind. Bis November, wenn wieder Präsidentschaftswahlen sind, will er 644 Kilometer der Mauer gebaut haben, bisher sind rund 160 Kilometer fertig.

Quelle: ntv.de, vpe/rts/dpa