Politik

Grütze des Ministers entdeckt Wissing rudert bei Essensfoto-Bashing zurück

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Wer sich mit dem Internet anlegt, schaut danach meist blöd aus der Wäsche.

(Foto: picture alliance / Flashpic)

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Datennutzung frisst Strom und trägt zum Klimawandel bei. Als Negativbeispiel moniert Bundesdigitalminister Wissing das Teilen von Essensfotos im Internet. Er erntet - wie zu erwarten - eine Welle von Kritik in den sozialen Netzwerken. Denn Nutzer finden Wissings eigenen #foodporn, ein wahres #meisterwerk.

Bundesdigitalminister Volker Wissing hat seine Kritik am Fotografieren von Essen nach Häme im Netz relativiert. "Jeder soll das Netz frei nutzen können, auch für #FotosvonEssen", schrieb der FDP-Politiker bei Twitter. Die Politik müsse dafür sorgen, dass dies klimaneutral möglich sei.

Zuvor hatte Wissing die Essensfotos als Beispiel für einen verzichtbaren Stromverbrauch genannt. "Beispielsweise neigen wir dazu, dass wir unser Essen fotografieren", sagte er nach Abschluss von Ministerberatungen der G7-Industrienationen. "Und wenn man sich die Zahl der Fotos von Essen anschaut weltweit, kommt man auf einen enormen Energieverbrauch." Man müsse sich die Frage stellen, ob das wirklich notwendig sei.

Das Netz bestätigte danach seinen Ruf, dass es nichts vergisst: So ließen Internet-Nutzer die Instagram-Server etwas arbeiten und fischten ein Foto von 2020 heraus, auf dem Wissing vor einer Waffel mit roter Grütze zu sehen war, samt Bildunterschrift "Ein im wahrsten Sinne verwöhnter Minister" und einer professionell anmutenden Batterie aus 30 Hashtags samt "#lecker", "#sehrlecker", "#foodporn" und "#WarDasGut". 2021 gab es ein Foto mit Kuchen und eins mit Pizza.

Nun ist es nicht so, dass der Minister völlig daneben gelegen hätte: Die Übertragung und Speicherung von Daten in der Internet-Cloud verbraucht Strom. Wie viel es pro Foto sind, lässt sich angesichts der Wechselwirkung verschiedener Faktoren schwer sagen. Aber auf jeden Fall sind zum Beispiel Streaming oder Videokonferenzen, bei denen viele Gigabyte an Daten durch die Netze fließen, ein viel größerer Stromfresser. Zugleich haben die großen Tech-Konzerne ihre Rechenzentren immer effizienter gemacht und betreiben sie klimaneutral, meist durch den Ausgleich ihres CO2-Ausstoßes.

Quelle: ntv.de, mpe/dpa

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