Politik

Alternativen zu Merz?Wüst überflügelt Söder, ist aber auch kein Überflieger

12.05.2026, 16:05 Uhr
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Wüst, Söder und Merz bei einem gemeinsamen Termin Ende Dezember. (Foto: picture alliance / photothek.de)

Weniger als 20 Prozent der Deutschen sind mit Kanzler Merz zufrieden. Gibt es eine Sehnsucht nach Alternativen? Für das Trendbarometer von RTL und ntv fragt Forsa die Werte früherer Konkurrenten wie Markus Söder und Hendrik Wüst ab. Das Ergebnis ist deutlich.

Trotz schwacher Umfragewerte für Bundeskanzler Friedrich Merz lösen auch mögliche Alternativkandidaten keine Begeisterung aus. Bei NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst ist die Wählerschaft eher gespalten. Von Bayerns Ministerpräsident Markus Söder erwartet dagegen eine große Mehrheit keine bessere Amtsführung, sollte er Kanzler werden. Das zeigt ein vom Meinungsforschungsinstitut Forsa erstelltes Trendbarometer für RTL und ntv. Dabei fällt auf: CDU-Politiker Wüst schneidet vor allem bei Anhängern anderer Parteien stark ab, sogar stärker als bei Unionswählern.

Insgesamt halten 39 Prozent der Befragten Wüst für den besseren Bundeskanzler, 36 Prozent tun das nicht. 25 Prozent antworteten auf die entsprechende Frage mit "Weiß nicht". In Bezug auf CSU-Chef Söder ist das Stimmungsbild eindeutiger. Nur 25 Prozent sehen in ihm den besseren Kanzler, 70 Prozent glauben nicht, dass er seine Sache besser machen würde.

Sogar unter Unionsanhängern polarisiert Söder. 53 Prozent der CSU-Wähler fänden ihn besser als Merz, aber nur 25 Prozent der CDU-Wähler. Insgesamt liegt der Zuspruch für Söder unter Unionswählern daher nur bei 28 Prozent. Hier schneidet Wüst etwas besser und konstanter ab. 33 Prozent der CSU-Wähler würden ihn Merz vorziehen sowie 39 Prozent der CDU-Wähler. Damit kommt er bei den Unionsanhängern insgesamt auf 38 Prozent Zustimmung.

Wüst besonders beliebt bei Grünen

Dabei fällt auf, dass Anhänger anderer Parteien Wüst teils höher schätzen als die eigenen Wähler. So halten 56 Prozent der Grünen-Wähler, 46 Prozent der SPD-Wähler und 44 Prozent der Linken-Wähler Wüst für den besseren Kanzler. Selbst unter AfD-Wählern würden noch 26 Prozent den Westfalen bevorzugen.

Bei Söder ist das Gegenteil der Fall. Der CSU-Chef fällt jenseits des eigenen Lagers weitgehend durch. Am ehesten kommt er noch bei AfD-Wählern an: 31 Prozent trauen ihm mehr zu als Merz. Doch bei den Grünen sind es nur 10 Prozent, bei der Linken lediglich 14. Unter Sozialdemokraten halten 23 Prozent Söder für geeigneter.

Deutlich freundlicher äußern sich die Befragten in den jeweiligen Heimatbundesländern der beiden Politiker. 41 Prozent der Befragten in Bayern halten Söder für den besseren Regierungschef auf Bundesebene. Doch auch hier schneidet Wüst besser ab. 60 Prozent der Befragten in Nordrhein-Westfalen trauen ihm eine bessere Amtsführung als Merz zu.

Wüst weist Kanzler-Interesse zurück

Der amtierende Bundeskanzler durchlebt derzeit eine Popularitätskrise. Nur 14 Prozent sind laut Trendbarometer mit seiner Amtsführung zufrieden, 84 Prozent sind es nicht. Unter Wählern von CDU und CSU sind noch 47 Prozent mit seiner Amtsführung einverstanden, bei den Anhängern anderer Parteien kämpft er auf verlorenen Posten. 18 Prozent der SPD-Wähler und 10 Prozent der Grünen-Wähler sind zufrieden, im Lager von AfD und Linken haben sich nahezu alle von ihm abgewandt.

Die Frage nach den beiden Alternativ-Kandidaten ist allerdings rein hypothetisch. Wüst hat gerade erst bei "Deutschland am Morgen", der neuen Morgensendung von RTL und ntv, zurückgewiesen, Kanzlerambitionen zu haben. Söder hat Merz auch verbal unterstützt. Allerdings setzt er inhaltlich eigene Akzente und hatte ursprünglich ebenfalls auf die Kanzlerkandidatur gehofft. Gleiches gilt wohl für Wüst, der 2024 medienwirksam auf die Kandidatur verzichtete, obwohl er sie gar nicht offen angestrebt hatte. Das war als eines von mehreren Zeichen gewertet worden, dass er Interesse an dem Amt haben könnte.

Für das Trendbarometer zu Wüst und Söder befragte Forsa im Auftrag von RTL Deutschland am 8. und 11. Mai 1004 Menschen in Deutschland. Die statistische Fehlertoleranz liegt bei drei Prozentpunkten.

Weitere Umfragen von Forsa hier.

Quelle: ntv.de, vpe

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