Politik

Gegen Manipulation und Fake News YouTube enttarnt Regierungsnachrichten

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Poliert sein Glaubwürdigkeits-Image auf: Googles Video-Tochter YouTube.

(Foto: picture alliance / Sophia Kembow)

Um gegen Fake News und Meinungsmanipulation vorzugehen, kennzeichnet YouTube fortan Nachrichten, hinter denen Regierungen als Geldgeber stehen. Betreffen dürfte das nicht zuletzt den russischen Sender RT – und wahrscheinlich auch deutsche Angebote.

In den USA hat YouTube begonnen, von Regierungen finanzierte Nachrichtenbeiträge gesondert als solche zu kennzeichnen. Die Nutzer sollten so in die Lage versetzt werden, "die Quellen von Nachrichteninhalten besser zu verstehen", erklärte YouTube-Manager Geoff Samek am Freitag. Die neu eingeführten Hinweise sollen zudem Links zu den entsprechenden Wikipedia-Einträgen enthalten, über die sich die Nutzer näher über die jeweiligen Nachrichtenquellen informieren können.

Die Regelung könnte beispielsweise all jene Nachrichtenvideos betreffen, die der staatlich finanzierte russische Sender RT hochlädt. Kritiker werfen dem Sender vor, Propagandasprachrohr des Kreml zu sein. Ebenfalls betroffen sind laut YouTube staatlich finanzierte US-Programme wie etwa Radio Free Asia. Möglicherweise gilt die Regelung auch für öffentlich-rechtlich organisierte Medien wie die britische BBC oder die deutschen ARD und ZDF. Auch der steuerfinanzierte Auslandsrundfunk "Deutsche Welle" dürfte unter die Neuregelung fallen.

"Ernsthafte Verantwortung"

Mit den neuen Regeln verfolge YouTube das Ziel, die Nutzer über Nachrichten möglichst akkurat zu informieren, erklärte Samek. "Wir wollen sicherstellen, dass es richtig ist." Daher werde es unter anderem Links zum Onlinelexikon Wikipedia geben. An der Erstellung des Onlinelexikons kann sich jeder beteiligen und Beiträge verfassen.

Hintergrund der Entscheidung ist die Debatte über Fake News und die Manipulation der öffentlichen Meinung durch ausländische Interessen. YouTube-Chefin Susan Wojcicki erklärte zum Start der neuen Kennzeichnung: "Wir erkennen, dass wir eine ernsthafte gesellschaftliche Verantwortung haben, um mit diesen lauter werdenden Politik-Fragen richtig umzugehen."

Zudem kündigte Wojcicki an, die hochgeladenen Videos auf YouTube besser auf anstößige Inhalte zu prüfen. Dazu sollten neue Mitarbeiter eingestellt und technische Kontrollprogramme weiterentwickelt werden. Insgesamt sollen sich mehr als 10.000 Mitarbeiter bei YouTube und Google mit der Prüfung befassen.

Quelle: ntv.de, mra/AFP