Politik

"Anhaltendes Gewaltpotenzial" Youtube sperrt Trump für eine Woche

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Trump ist sich wie üblich keiner Schuld bewusst und wirft den Internetunternehmen vor, konservative Stimmen zu unterdrücken.

(Foto: AP)

Nach Facebook und Twitter sperrt auch Youtube den Kanal von US-Präsident Trump. Doch das zu Google gehörende Videonetzwerk bleibt weit hinter den Konkurrenten zurück.

Rund eine Woche nach der Erstürmung des US-Kapitols ergreift nun auch Youtube als letzte große Internetplattform schärfere Maßnahmen gegen das Konto des amtierenden Präsidenten Donald Trump. Angesichts von "Bedenken ob des anhaltenden Gewaltpotenzials" seien neue Inhalte auf Trumps Kanal entfernt worden, teilte die größte Videoplattform der Welt mit. Nun dürften mindestens sieben Tage lang keine Videos mehr dort hochgeladen werden - ältere Videos blieben aber verfügbar. Am 20. Januar scheidet Trump aus dem Amt.

Zudem sei die Kommentarfunktion auf unbestimmte Zeit deaktiviert worden. Zuvor hatten unter anderem Twitter und Facebook die jeweiligen Konten des abgewählten Präsidenten dauerhaft gesperrt. Nach Angaben des Senders CNN lehnte Youtube es ab, weitere Details zum entfernten Videomaterial zu nennen. Nach der einwöchigen Sperre für neue Clips wolle man die Entscheidung aber noch einmal überdenken.

US-Aktivisten hatten Youtube zuvor laut einem Bericht der Zeitung "USA Today" mit einem landesweiten Boykott gedroht, sollte die Plattform nicht Trumps Konto mit rund 2,77 Millionen Abonnenten entfernen. Die Richtlinien von Youtube sehen vor, dass nach dem ersten Verstoß ein Konto für eine Woche ausgesetzt werden kann, nach dem zweiten für zwei Wochen. Nach einem dritten Verstoß droht eine dauerhafte Sperrung des Kanals.

Auch Merkel übte Kritik

Trump hatte den Internetunternehmen vorgeworfen, eine "fürchterliche Sache" für das Land zu tun. "Sie spalten und entzweien und sie zeigen etwas, was ich seit langer Zeit vorhergesagt habe", sagte Trump am Dienstag, ohne konkreter zu werden. Zu spalten und zu entzweien ist allerdings einer der Hauptvorwürfe gegen ihn selbst. Die Sperrungen durch die sozialen Netzwerke sorgten aber auch in Deutschland für Kritik. So sagte beispielsweise Kanzlerin Angela Merkel, nicht Unternehmen, sondern Gesetze sollten eine solche Einschränkung der Meinungsfreiheit bestimmen.

Ein häufig geäußerter Vorwurf gegen Plattformen wie Facebook und Twitter ist, dass sie konservative Stimmen unterdrücken. "Das verleitet andere dazu, das Gleiche zu tun. Und es verursacht eine Menge Probleme und eine Menge Gefahren", sagte Trump. "Ich habe noch nie so eine Wut gesehen", sagte er. "Man muss Gewalt immer vermeiden und wir haben enorme Unterstützung. Wir haben Unterstützung, wahrscheinlich wie sie niemand jemals zuvor gesehen hat." Auf Youtube gibt es allerdings zahllose Kanäle von Trump-Unterstützern. Kritiker bemängeln, dass auf solchen Kanälen extreme Haltungen durch mehr Aufmerksamkeit belohnt werden.

Quelle: ntv.de, vpe/dpa

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