Politik

59,1 Millionen Vertriebene Zahl der Binnenflüchtlinge erreicht Höchstwert

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Wegen des Taifuns "Rai" mussten im Dezember 2021 Hunderttausende Menschen auf den Philippinen fliehen.

(Foto: picture alliance / ASSOCIATED PRESS)

Die Lage in der Welt "war noch nie so schlecht", warnt der Generalsekretär der Norwegischen Flüchtlingshilfe. Weltweit 59,1 Millionen Menschen sind demnach innerhalb ihres Landes auf der Flucht - so viele wie noch nie. Die Zahl dürfte weiter steigen.

Die Zahl der Menschen, die aufgrund von Konflikten und Naturkatastrophen innerhalb ihres Landes in die Flucht getrieben worden, erreichte im vergangenen Jahr einen neuen Höchststand. Die Organisationen Internal Displacement Monitoring Centre (IDMC) und die Norwegische Flüchtlingshilfe (NRC) zählen in ihrem Jahresbericht 2021 rund 59,1 Millionen Binnenflüchtlinge weltweit. Im Vorjahr waren es noch 55 Millionen Menschen. Für 2022 erwarten die Organisationen unter anderem wegen des Ukraine-Kriegs einen deutlichen Anstieg.

Im vergangenen Jahr war Subsahara-Afrika die Region mit der höchsten Zahl an Binnenvertreibungen, darunter mehr als fünf Millionen allein in Äthiopien - die höchste Zahl, die jemals für ein einzelnes Land verzeichnet wurde. Äthiopien leidet unter einer schweren Dürre und einem schwelenden militärischen Konflikt um die nördliche Region Tigray.

Neue Höchstzahlen wurden auch aus der Demokratischen Republik Kongo, Afghanistan und Myanmar gemeldet. Der Nahe Osten und Nordafrika verzeichneten hingegen die niedrigsten Werte an neuen Vertreibungen seit zehn Jahren. Doch die Gesamtzahl der Vertriebenen in Ländern wie Syrien, Libyen und Irak ist nach wie vor hoch. Die meisten Binnenvertriebenen aufgrund von Naturkatastrophen verzeichneten im Jahr 2021 China, die Philippinen und Indien.

"2022 sieht düster aus"

Die Zahl der neu vertriebenen Menschen betrug in dem Jahr 38 Millionen und sank damit im Vorjahresvergleich: 2020 zählten die Organisationen noch 40,5 Millionen Neu-Vertriebene. Trotzdem ist die Gesamtzahl der Binnengeflüchteten weiter gestiegen. Die Lage in der Welt "war noch nie so schlecht", sagte der Generalsekretär des NRC, Jan Egeland. "Die Welt bricht zusammen."

"Das Jahr 2022 sieht düster aus", warnte auch die Direktorin des IDMC, Alexandra Bilak, insbesondere mit Blick auf den Krieg in der Ukraine. Zwei Monate nach dem Einmarsch Russlands in das Nachbarland waren nach UN-Angaben mehr als acht Millionen Menschen innerhalb der Ukraine auf der Flucht.

Quelle: ntv.de, mbu/AFP

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