Politik

Größter Nutznießer von EU-Geld Zeitung: EU zahlte Türkei Milliarden Euro

Die Türkei ist bereits seit 1999 Kandidat für den EU-Beitritt. Seit 2005 wird darüber offiziell verhandelt. Damit kommt das Land auch in den Genuss von EU-Geldern. Einem Zeitungsbericht zufolge sind die Zuflüsse aus Brüssel milliardenschwer.

Die Europäische Union hat der Türkei seit 2014 zur Vorbereitung auf den EU-Beitritt des Landes rund 2,7 Milliarden Euro netto gezahlt. Das berichtete die "Bild"-Zeitung unter Berufung auf aktualisierte Zahlen der EU-Kommission.

Demnach erhielt Ankara von 2014 bis Ende 2016 insgesamt 3,3 Milliarden Euro aus der EU-Kasse. Allerdings habe das Land auch 625 Millionen Euro an Brüssel gezahlt, um an EU-Programmen teilnehmen zu können. Damit ist die Türkei nach Angaben des Blattes der größte Nutznießer von EU-Geldern unter allen Nicht-EU-Ländern. Nicht berücksichtigt seien dabei die 6 Milliarden Euro, die Brüssel im Rahmen des Flüchtlingsdeals an Ankara zahlt.

Die Türkei ist bereits seit 1999 Kandidat für den EU-Beitritt, seit 2005 wird darüber offiziell verhandelt. Doch die Gespräche zum Thema sind mittlerweile praktisch zum Erliegen gekommen - zu groß sind die Differenzen zwischen beiden Seiten. Von 35 sogenannten Verhandlungskapiteln sind bislang 15 eröffnet.

Im Dezember hatten die EU-Staaten als Reaktion auf die Ereignisse nach dem Putschversuch in der Türkei beschlossen, vorerst keine neuen Kapitel zu eröffnen. Seitdem festigt Staatschef Recep Tayyip Erdogan seine politische Macht immer weiter. Kritiker sehen die Türkei auf dem Weg in eine Diktatur. Gleichzeitig gibt es zwischen Berlin und Ankara Spannungen, weil Bundestagsabgeordneten der Besuch des Bundeswehrstützpunkts in Incirlik mehrfach verweigert worden war.

Quelle: n-tv.de, bad/dpa

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