Politik

Abrechnung mit "Zuchtmeister" Schäuble Varoufakis weiß, was Deutschland vorhat

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Yanis Varoufakis hat bei der Abstimmmung im griechischen Parlament nicht teilgenommen.

(Foto: REUTERS)

Griechenlands Ex-Kassenwart Varoufakis ist mit Berlin nicht fertig. In einem Gastkommentar holt er zum verbalen Rundumschlag aus. Die zähen Verhandlungen der vergangenen Monate hätten gezeigt, dass Schäuble nur eins wolle.

Dass der ehemalige griechische Finanzminister Yanis Varoufakis seit Freitag von der Athener Bildfläche verschwunden ist, bedeutet nicht, dass man sonst nichts von ihm hört. Der Ex-Finanzminister und Syriza-Abgeordnete wollte oder konnte zwar nicht an der Abstimmung am Freitagabend im Athener Parlament teilnehmen, aber mit seiner Meinung hinterm Berg halten wollte er an dem Tag offenbar auch nicht. Die britische Zeitung "Guardian" veröffentlichte einen Gastkommentar, in dem Varoufakis Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble heftig angeht.

Der Artikel ist überschrieben mit "Deutschland wird die Griechen nicht verschonen - Es hat ein Interesse daran, uns zu brechen". Griechenlands Ex-Kassenwart wirft Deutschland darin vor, mit einem Grexit Frankreich zur Übernahme des deutschen Modells der Eurozone zwingen zu wollen.

Ziel: Frankreich "disziplinieren"

Weiter heißt es in dem Beitrag, Schäuble wolle Griechenland aus der Währungsunion drängen, "um klare Verhältnisse zu schaffen, auf die eine oder andere Weise". Er wolle damit die Franzosen das Fürchten lehren und sie zwingen, "sein Modell einer Zuchtmeister-Eurozone" zu akzeptieren. Varoufakis schreibt von einer "existantial angst", die dadurch geschürt wird.

Als Finanzminister hatte er monatelang die Verhandlungen mit den Geldgebern über weitere Finanzhilfen für sein hochverschuldetes Land geführt und dabei mit häufig scharfer Rhetorik für Ärger gesorgt. Das Verhältnis zu Schäuble, der gegenüber Athen eine harte Linie vertritt, war besonders schwierig. Anfang der Woche war Varoufakis dann nach dem Nein der Griechen in der Volksabstimmung über die Kürzungsmaßnahmen der internationalen Kreditgeber überraschend von seinem Posten zurückgetreten.

"Toxische Option" gewählt

Varoufakis wirft den Euroländern in dem Zeitungsbeitrag außerdem vor, zu Beginn der Schuldenkrise 2010 statt einer Umschuldung und einer Reform der Wirtschaft eine "toxische Option" gewählt zu haben. So seien "neue Kredite an eine bankrotte Einheit vergeben worden, während so getan wurde, als bleibe sie solvent". Zur Zeit des Amtsantritts der Syriza-Partei im Januar habe dann eine Mehrheit der Euroländer unter der Anleitung Schäubles "einen Grexit entweder als ihr bevorzugtes Ergebnis oder als ihre bevorzugte Waffe gegen unsere Regierung" angesehen.

Griechische Medien hatten Varoufakis am Freitagabend auf einem Schiff entdeckt, das zur Insel Egina fuhr. Varoufakis besitzt dort ein Ferienhaus. Mit dabei waren seine Frau und seine Tochter aus erster Ehe. Egina liegt unmittelbar vor der Küste Athens.

Quelle: n-tv.de, ddi/AFP

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