Politik
Kanzlerin Merkel und CSU-Chef Seehofer während der Jamaika-Sondierungen.
Kanzlerin Merkel und CSU-Chef Seehofer während der Jamaika-Sondierungen.(Foto: dpa)
Donnerstag, 09. November 2017

Miese Umfragewerte für Seehofer: Zustimmung zu Jamaika-Bündnis sinkt rapide

Die Sondierungen stocken, der Ton ist rau - es ist noch ein langer Weg zu einer Jamaika-Koalition. Auch in der Bevölkerung verliert das mögliche Regierungsbündnis laut einer Umfrage stark an Rückhalt. Vor allem die Chefs der Union bekommen das zu spüren.

Etwa drei Wochen nach Beginn der Jamaika-Sondierungen ist die bundesweite Zustimmung zu einem möglichen Bündnis von Union, FDP und Grünen stark gesunken. Laut dem aktuellen ARD-"Deutschlandtrend" fänden derzeit nur noch 45 Prozent der Bürger eine Jamaika-Koalition gut oder sehr gut. Das sind zwölf Punkte weniger als bei der letzten Erhebung Anfang Oktober.

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52 Prozent bewerten ein solches Bündnis inzwischen als weniger gut beziehungsweise schlecht - das entspricht einem Plus von zwölf Prozent im Monatsvergleich. Bei den Grünen-Anhängern sank die Zustimmung besonders stark von 76 auf jetzt nur noch 55 Prozent. Bei den FDP-Wählern ging die Zustimmung von 80 auf 71 Prozent zurück, bei den Unions-Anhängern von 72 auf 70 Prozent. Allerdings glauben demnach auch 68 Prozent, dass eine Jamaika-Koalition zustande kommen wird.

Derweil wächst der Druck auf CSU-Chef Horst Seehofer: 62 Prozent der Befragten sind der Ansicht, dass sich der bayerische Ministerpräsident und CSU-Vorsitzende nach dem Ende der Jamaika-Gespräche von seinen politischen Ämtern zurückziehen sollte. Auch bei den Befragten in Bayern sind 62 Prozent dieser Meinung. Bei der Frage der Beliebtheit rutscht Seehofer um acht Punkte auf 28 Prozent ab.

Zugleich findet mehr als die Hälfte der Befragten - 56 Prozent -, dass die CSU unverhältnismäßig viel Macht in der Union hat. Unter den Unions-Anhängern vertraten 49 Prozent diese Ansicht. Die CSU-Forderung nach einer Begrenzung der Zuwanderung stößt bei den Bürgern hingegen mehrheitlich (52 Prozent) auf Zustimmung. Bei den Unions-Anhängern sind sogar 55 Prozent dieser Auffassung.

Allerdings büßte auch Bundeskanzlerin Angela Merkel deutlich an Beliebtheit ein. Die CDU-Vorsitzende verlor sechs Punkte im Vergleich zum Vormonat, nur noch 57 Prozent der Deutschen zeigen sich zufrieden mit ihrer politischen Arbeit. Grünen-Parteichef Cem Özdemir verbessert sich dagegen leicht auf 54 Prozent Zustimmung (plus 1), FDP-Chef Christian Lindner verliert und kommt auf 45 Prozent (minus 3).

Im SPD-Lager schneidet Fraktionschefin Andrea Nahles (38 Prozent) erneut besser ab als Parteichef Martin Schulz (35). Beliebtester deutscher Politiker bleibt allerdings Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble, mit dessen Arbeit unverändert 69 Prozent der Befragten zufrieden oder sehr zufrieden sind.

Für den "Deutschlandtrend" wurden von Infratest dimap am 6. und 7. November 1005 Wahlberechtigte ab 18 Jahren telefonisch befragt. Die Fehlertoleranz beträgt 1,4 bis 3,1 Prozentpunkte.

Quelle: n-tv.de

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