Politik

"Schwere Schäden" gemeldetMehrere Schiffe in Straße von Hormus beschossen

22.04.2026, 08:59 Uhr
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Bereits im Jahr 2010 übten die iranischen Revolutionsgarden einen Angriff von Schnellbooten aus. Jetzt trafen sie vor Omans Küste ein Containerschiff. (Foto: REUTERS)

Der Iran macht Ernst mit seiner Drohung, die internationale Schifffahrt zu blockieren. Die iranischen Revolutionsgarden feuern nach britischen Angaben vor Oman auf ein Containerschiff. Kurz danach kommt es offenbar zu weiteren Vorfällen.

In der Straße von Hormus sind britischen Angaben zufolge drei Schiffe beschossen worden. Ein Containerschiff sei vor der Küste des Omans "ohne vorherige Funkwarnung von einem Kanonenboot der Streitkräfte der iranischen Revolutionsgarden" beschossen worden, erklärte die britische Behörde für maritime Sicherheit UKMTO. Das Schiff habe "schwere Schäden" auf der Brücke erlitten, die Besatzung sei jedoch "unversehrt".

Der Angriff auf das Containerschiff ereignete sich laut der Behörde rund 15 Seemeilen nordöstlich der omanischen Küste. Nach Angaben der Sicherheitsfirma Vanguard Tech handelt es sich um ein unter liberianischer Flagge fahrendes Schiff, "dem die Durchfahrt durch die Straße von Hormus genehmigt worden war". Die iranische Nachrichtenagentur Tasnim berichtete jedoch, das Schiff habe "Warnungen der iranischen Streitkräfte ignoriert".

Kurz nach dem ersten Angriff meldete die Schiffahrtsbehörde einen weiteren Beschuss eines Schiffes in der Region. Das Frachtschiff sei an diesem Mittwoch aus einem iranischen Hafen ausgelaufen. Rund acht Seemeilen westlich der iranischen Küste sei es nach Angaben des Kapitäns beschossen und "auf See gestoppt" worden, erklärten die Briten. Berichte über Schäden am Schiff liegen demnach nicht vor. Durch wen dabei geschossen wurde, ist bislang nicht bekannt.

Wie das maritime Informationsunternehmen Vanguard der BBC mitteilte, wurde in der Straße von Hormus auch ein drittes Schiff beschossen. Dieses wurde demnach unter anderem am Rumpf beschädigt. Das unter panamaischer Flagge fahrende Schiff MSC Francesca soll etwa sechs Seemeilen vor der iranischen Küste angegriffen worden sein, als es sich auf dem Weg nach Süden aus der Meerenge in den Golf von Oman befand. Laut Vanguard hielten die Islamischen Revolutionsgarden die MSC Francesca an und forderten sie auf, "vor Anker zu gehen".

Trump verlängert Feuerpause

Die Angriffe erfolgten kurz nachdem US-Präsident Donald Trump am Dienstag eine Feuerpause im Iran-Krieg vorerst verlängert hatte. Zuvor hatte die iranische Armeeführung die anhaltende Blockade iranischer Häfen durch die USA wiederholt scharf verurteilt und mit weiteren Angriffen auf Schiffe in der Straße von Hormus gedroht.

Vor eineinhalb Wochen waren Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran unter Vermittlung Pakistans über ein mögliches Ende des Iran-Krieges ergebnislos geblieben. Beide Seiten warfen sich unter anderem vor, gegen die am 8. April in Kraft getretene Feuerpause verstoßen zu haben. Zudem ist die Blockade der Straße von Hormus ein Streitthema.

Die für den weltweiten Ölhandel strategisch wichtige Meerenge wird seit Beginn des Iran-Kriegs Ende Februar durch Teheran weitestgehend blockiert. Die USA haben wiederum eine Blockade iranischer Häfen verhängt.

Quelle: ntv.de, ghö/AFP

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