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Ukraine-Affäre zieht Kreise Zweiter Informant will gegen Trump aussagen

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US-Präsident Donald Trump weist alle Vorwürfe zurück.

(Foto: REUTERS)

US-Präsident Trump schäumt bereits: Nun ist ein zweiter Informant bereit, in der Ukraine-Affäre gegen den Staatschef auszusagen. Anders als der erste Whistleblower hat er nach Angaben seines Anwalts Erkenntnisse aus erster Hand. Sie sollen noch detaillierter sein.

Ein zweiter Geheimdienst-Informant ist nach Angaben des Senders ABC News bereit, im Zuge der Ukraine-Affäre gegen US-Präsident Donald Trump auszusagen. Der Sender zitierte den Anwalt Mark Zaid, wonach dessen Mandant weitere Informationen über das Telefonat zwischen Trump und dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj habe. Zaid ist zugleich Anwalt des ersten Informanten, dessen Aussagen die Ukraine-Affäre ins Rollen gebracht hatten.

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Kurz nach dem ABC-Bericht erklärte der Anwalt Andrew Bakaj auf Twitter, die Washingtoner Kanzlei, für die er arbeite, vertrete "mehrere" Informanten, die zu der Ukraine-Affäre aussagen könnten. Dieser Kanzlei gehört auch der Anwalt Mark Zaid an, der über den zweiten Hinweisgeber informierte.

Trump schrieb am Samstagabend (Ortszeit), jetzt käme aus der ihm feindlich gesinnten Bürokratie offenbar ein weiterer Whistleblower "mit Informationen aus zweiter Hand". Auf Twitter schrieb er: "Sollen sie nur kommen!"

Trump hatte zuletzt wiederholt kritisiert, dass sich der Whistleblower nur auf Informationen aus zweiter Hand stütze - also zum Beispiel Gespräche mit Beamten, die direkt mit Trumps Politik gegenüber der Ukraine zu tun hatten. Der zweite Informant soll nun zu dieser Kategorie gehören und könnte für Trump wohl gefährlich werden.

Formelle Beschwerde erwogen

Dem Anwalt zufolge hat der Geheimdienstmitarbeiter "Kenntnisse aus erster Hand über einige der Behauptungen, die auch in der ursprünglichen Beschwerde genannt wurden". Die "New York Times" hatte bereits am Freitag berichtet, dass der neue Informant noch detailliertere Informationen als der erste Hinweisgeber habe. Er erwäge demnach das Einreichen einer formellen Beschwerde beim Generalinspekteur der Geheimdienste.

Der zweite Informant soll zudem bereits mit dem Generalinspekteur Michael Atkinson gesprochen haben. Atkinson hatte maßgeblich zum Bekanntwerden der Ukraine-Affäre beigetragen, indem er den Kongress über die Beschwerde des ersten Informanten über ein Telefongespräch Trumps mit Selenskyj unterrichtete.

In dem Gespräch am 25. Juli ermunterte Trump den ukrainischen Staatschef zu Ermittlungen gegen den demokratischen Präsidentschaftsbewerber Joe Biden sowie dessen Sohn Hunter. Kompromittierendes Material über die Bidens könnte Trump im Kampf um seine Wiederwahl im November 2020 nutzen. Wegen des Telefonats werfen die oppositionellen Demokraten Trump Amtsmissbrauch vor. Sie streben mittlerweile ein Amtsenthebungsverfahren an.

Quelle: n-tv.de, mli/AFP/dpa

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