Regierungsvertreter dementiertBericht: Britischer Premier Starmer erwägt zu Wochenbeginn den Rücktritt

Bei den Kommunalwahlen verliert die Labour-Partei in Großbritannien dramatisch an Zuspruch. Der Druck auf Premierminister Keir Starmer wächst - auch durch parteiinterne Machtkämpfe. Eine britische Zeitung heizt Gerüchte über dessen Abgang an.
Der unter Druck stehende britische Premierminister Keir Starmer soll einem Zeitungsbericht zufolge am Montag zurücktreten. Starmer sei nach Gesprächen mit Ministern, Beratern und Gewerkschaftsführern zu dem Schluss gekommen, dass er sich nicht mehr im Amt halten könne, meldete die Zeitung "The Observer". Dem Bericht zufolge berät sich Starmer derzeit mit seiner Frau in seinem Landsitz Chequers, bevor er eine endgültige Entscheidung treffe. Ein Regierungsvertreter wies den Bericht zurück und erklärte, der Premierminister konzentriere sich auf seine Amtsgeschäfte.
Starmer hat zwei Jahre nach seinem Wahlsieg historisch schlechte Umfragewerte. Nach schweren Verlusten bei den Kommunalwahlen im Mai und dem Rücktritt führender Kabinettsmitglieder aus Protest gegen seinen Führungsstil ist der Druck auf ihn massiv gestiegen. Mehr als 100 Abgeordnete seiner Labour-Partei - rund ein Viertel der Fraktion im Unterhaus - haben ihn öffentlich zum Rücktritt oder zur Festlegung eines Zeitplans für seinen Abgang aufgefordert.
Der Druck auf Starmer hatte sich am Freitag weiter verschärft, als sein parteiinterner Rivale Andy Burnham einen Sitz im Parlament gewann, was ihm eine formale Kandidatur für den Parteivorsitz ermöglicht. Starmer selbst hatte daraufhin angekündigt, sich einem möglichen parteiinternen Machtkampf zu stellen.