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Vor allem Binsenweisheiten Der Corona-Expertenbericht ist mehr als dürftig

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Helga Rübsamen-Schaeff, Vizechefin einer Sachverständigenkommission, übergibt Gesundheitsminister Karl Lauterbach den Evaluationsbericht der bisherigen Corona-Schutzmaßnahmen.

(Foto: dpa)

Nach rund zweieinhalb Jahren Pandemie legt der Corona-Sachverständigenausschuss ein Gutachten vor. Doch erhellend ist es nicht. Unterm Strich stehen vor allem Binsenweisheiten. Jeder kann sich aus diesem Bericht rauspicken, was ihm politisch in den Kram passt.

Auf diesen Bericht der Experten haben wir lange gewartet: Maske, Besuchsbeschränkung, Lockdown und Läden zu - was hat funktioniert und was nicht? Darüber wurde an jedem Küchentisch gestritten, seit es Corona gibt. Herausgekommen ist dann, dass es für ein klares Urteil vielfach nicht genug Daten gibt. Deutschland ist im digitalen Gesundheitsbereich eine Wüste.

Unterm Strich stehen vor allem Binsenweisheiten: Ein Lockdown wirkt umso besser, je mehr Menschen mitmachen. Aha. Masken sind dann gut, wenn sie über Mund und Nase gezogen werden. Echt? Schulschließungen sieht das Gremium ziemlich skeptisch, aber das wusste man schon. Als Mittel gegen Corona sind sie längst tabu.

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Eigentlich soll die Wissenschaft der Politik voraus sein und ihr den Weg weisen. Jetzt sieht es so aus, als wären die Experten selbst im Nachhinein ratlos. Darum kann sich jeder aus diesem Bericht rauspicken, was ihm politisch in den Kram passt. Das befriedet die alten Streitigkeiten nicht und bringt wenig für die nächste Infektions-Welle.

Mal ehrlich: Zweieinhalb Jahre nach Beginn der Pandemie ist "Nichts Genaues weiß man nicht" mehr als dürftig. Es ist feige.

Quelle: ntv.de

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