Kurz nach Protest in BerlinPutin-Kritiker in Polen auf offener Straße erschossen
Vor wenigen Tagen zeigt Semyon Skrepetsky noch in Berlin offen seinen Unmut über Putin. Nun ist der russische Künstler tot. Festgenommen werden zwei Männer aus Belarus.
Ein russischer Künstler und Putin-Kritiker ist im Osten Polens auf offener Straße erschossen worden. Auf den 44-Jährigen seien mehrere Schüsse abgegeben worden, sagte ein Polizeisprecher der Woiwodschaft Lublin der polnischen Nachrichtenagentur PAP zufolge. Tatort war demnach die Stadt Biala Podlaska, die etwa 35 Kilometer vor der Grenze zu Belarus liegt. Die Staatsanwaltschaft teilte später mit, zwei Männer aus Belarus seien festgenommen worden.
"Die Beteiligung dieser beiden Männer und ihr Zusammenhang mit diesem Vorfall werden derzeit untersucht", sagte ein Sprecher laut PAP. Es sei aber noch keine Anklage erhoben worden. Ein Polizeisprecher hatte gesagt, dem Hergang nach sehe es nach einer geplanten Tötung aus.
Während die polnische Polizei keine Namen nannte, identifizierten russische und belarussische Oppositionsmedien den Toten als den Aktionskünstler und Karikaturisten Semyon Skrepetsky. Er habe sich mit Spottzeichnungen über Kremlchef Wladimir Putin, den belarussischen Machthaber Alexander Lukaschenko oder Sowjetdiktator Josef Stalin einen Namen gemacht. Skrepetsky lebte seit 2021 in Polen im Exil.
Am Freitag protestierte Skrepetsky noch in Berlin gegen Putin. Einem polnischen Fernsehbericht zufolge wurde mehrmals aus nächster Nähe auf den Künstler geschossen, wie das Portal Meduza meldet. Wahrscheinlich handelt es sich demnach um zwei Täter. Diese könnten eine Verbindung zu Belarus haben.
