Frische Brise auf KnopfdruckStandventilatoren im Test - der Sieger pustet alle(s) weg
Von Maren Mangold
Standventilatoren sollen bei Hitze für schnelle Abkühlung sorgen. Der ntv Produkt-Check prüft sechs beliebte Modelle - welches ist leistungsstark und gleichzeitig angenehm leise?
Sommerliche Temperaturen führen in Innenräumen schnell zu unangenehm stickiger Luft. Ein Standventilator kann dank seines direkten Luftstroms schnell Erleichterung bringen: Er bläst die warme Schicht über unserer Haut weg und schafft damit einen erfrischenden Kühleffekt.
So testen wir die Standventilatoren
Unsere Hauptkriterien sind Windstärke und Bewegungsradius: Wir messen die Stärke in einem Meter Abstand im rechten Winkel zum Luftstrom mit einem Anemometer (Windmesser) in der Einheit Meter pro Sekunde und beurteilen den Bewegungsradius der Rotoreneinheiten. Außerdem testen wir:
Lautstärke: Wir messen auf kleinster und höchster Stärke in einem Meter Entfernung mit einem Dezibel-Messer.
Aufbau: Wie schnell und einfach klappt die Installation?
Handhabung und Zusatzfunktionen: Gibt es eine Fernbedienung, Timer oder Funktionen wie Sprühnebel?
Stromverbrach: Wie hoch ist der Verbrauch in Watt auf kleinster und höchster Stärke? Das prüfen wir mit einem Strommessgerät für die Steckdose.
Diese Standventilatoren testen wir
Wir testen häufig verkaufte Ventilatoren in vergleichbarer Größe und Preisklasse. Dabei sind europäische Traditionsmarken sowie Geräte mit innovativer Technologie.
Testsieger: Levoit DC Motor Standventilator, ca. 110 Euro*
Hinweis: Die Preise sind volatil, Händler passen bisweilen auch die unverbindliche Preisempfehlung (UVP) an. Sollten sich die Preise von den hier angegebenen unterscheiden, wurden sie nach Veröffentlichung des Artikels durch den Händler geändert.
Der beste Standventilator im Test - das Fazit
Der Standventilator von Levoit* liefert in unserem Test mit deutlichem Abstand den stärksten Wind. Daneben ist er sparsam im Stromverbrauch und vergleichsweise geräuscharm.
Testsieger: der Levoit DC Motor Standventilator performt am besten
Kurz und knapp: Der Levoit zeigt den stärksten Windausstoß im Test mit insgesamt 12 Stufen und überzeugt mit großem Spielraum bei den Neigungswinkeln.
Details zum Levoit Standventilator:
Maße: 32 T x 32 B x 110 H cm
Gewicht: 8 Kilogramm
Durchmesser Fußplatte: 33 cm
Timer
Fernbedienung
12 Stufen
Testbericht: Der Testsieger glänzt bereits beim Aufbau: In wenigen Sekunden haben wir den Ventilator von Levoit zusammengebaut, der Rotorkopf kommt schon einsatzbereit zusammengesetzt. Zwei Oszillationseinstellungen ermöglichen Schwenkbewegungen von horizontal 90 Grad und vertikal 120 Grad. Ist beides aktiviert, ergibt das eine achtförmige Wellenbewegung, die die Luft gut im Raum verteilt. Das Touchdisplay ist gut erreichbar vorne an der Säule integriert. Der Levoit Standventilator hat 12 Stufen, von leichter Brise bis Extremwind. Wir messen auf höchster Stufe eine Windstärke von 6 - der beste Wert im Test. Der Dezibelmesser schlägt auf geringster Stufe bei 51,5 aus, auf höchster Stufe bei 66,5 dB. Damit liegt der Levoit DC Motor Standventilator* in Sachen Lautstärke im Mittelfeld.
Beim Stromverbrauch zeigt sich der Testsieger sparsam, auf niedrigster Stufe messen wir zwei Watt. Heißt: Läuft das Gerät auf niedrigster Stufe acht Stunden, macht das bei einem (durchschnittlichen) Strompreis von 35 Cent pro Kilowattstunde insgesamt nur 0,5 Cent. Auf höchster Stufe verbraucht der Ventilator 24,4 Watt - macht 6,8 Cent bei achten Stunden Laufzeit.
Shark FlexBreeze Ventilator ist vielseitig
Kurz und knapp: Der Ventilator von Shark ist wandelbar, vielseitig und im Stromverbrauch am sparsamsten.
Details zum Shark Flex Breeze Standventilator:
35 T x 35 B x 94 H cm
Gewicht: 5,5 Kilogramm
Durchmesser Fußplatte: 36 cm
Wasserzerstäuber
Fernbedienung
5 Stufen
mit Kabel oder Akku nutzbar
für Außenbereich geeignet
Der Flex Breeze von Shark ist im Test nach 10 Minuten funktionsfähig aufgebaut, auch hier kommt der Rotorblock bereits einsatzfähig. Der Ventilator ist UV- und wasserbeständig und läuft sowohl mit Kabel als auch im Akkubetrieb. Er besitzt einen Aufsatz für feinen Sprühnebel, dafür braucht es aber einen Wasseranschluss. Mit einem Handgriff kann er zum Tischventilator verkleinert werden.
Der Shark FlexBreeze Ventilator* kann 45, 90 oder 180 Grad vertikal schwenken, der Neigungswinkel wird per Hand verändert. Wir messen auf höchster Stufe im Windstrom 4,8 (m/Sek)- damit liegt er deutlich unter dem Wert des Testsiegers. Mit 66 Dezibel auf höchster Stufe ist er minimal leiser als der Levoit. Beim (niedrigen) Stromverbrauch führt er das Feld an: Auf kleinster Stufe kommt das Gerät auf 1 Watt und damit 0,2 Cent für acht Stunden, auf höchster sind es 16 Watt und damit 4,5 Cent.
DREO Standventilator mit 3D-Oszillation
Kurz und knapp: Der Ventilator von Dreo verteilt die Luft gleichmäßig im Raum bei guter Windstärke und wenig Stromverbrauch.
Details zum Dreo Standventilator:
33 T x 18,5 B x 102 H cm
verstellbar auf Tischgröße
Gewicht: 5,5 Kilogramm
Durchmesser Fußplatte: 28 cm
Timer
Fernbedienung
3 Modi / 8 Stufen
Testbericht: Das Modell von Dreo lässt sich mit erfreulich wenigen Handgriffen aufbauen. Im Praxistest zeigt sich der Standventilator* bemerkenswert dreidimensional, da er horizontal und vertikal um je 120 Grad schwenkt, wodurch sich die Luft gut im Raum verteilt. Im Turbomodus schafft er es bis Windstärke 4,4 (m/s) bei einer Lautstärke bis 66,5 Dezibel, auf kleinster Stufe ist der Ventilator mit nur 46,5 dB besonders leise. Mit 1,7 auf niedrigster und 30 Watt auf stärkster Stufe gehört er zu den sparsamen Geräten im Test (0,5 und 8,4 Cent für acht Stunden).
Honeywell HSF600WE4 Standventilator läuft leise
Kurz und knapp: Das klassische Modell mit drei Rotorblättern ist leise, kann aber bei der Windstärke nicht mit den vorderen Plätzen im Test mithalten.
Details zum Honeywell Standventilator:
Maße: 15,8 T x 15,8 B x 67,7 H cm
Gewicht: 6,4 Kilogramm
Durchmesser Fußplatte: 42 cm
5 Geschwindigkeitsstufen
Timer
Fernbedienung und Display-Bedienung
Testbericht: Für den Aufbau dieses Modells brauchen wir 15 Minuten, die Installation wird durch eine winzige Schraube am Gitter der Rotoreinheit etwas verkompliziert. Der Honeywell* hat einen klassischen Mechanismus mit 3 Rotorblättern aus Kunststoff und kann horizontal (also nur einachsig) in einem Radius von 70 Grad schwenken. Auf höchster Stufe (der "Power-Kühlung") messen wir Stärke 3,6, also deutlich weniger als beim Testsieger, der Stärke 6 erreicht. Der Geräuschpegel von 59,5 auf dieser Stufe ist im Vergleich eher leise. Mit 24 Watt Stromverbrauch auf niedrigster und 30 Watt auf höchster Stufe bewegt sich der Honeywell-Ventilator im Mittelfeld (6,7 und 8,4 Cent für acht Stunden).
Philips Standventilator 2000 Serie
Kurz und knapp: Der Ventilator von Philips schneidet bei der Windstärke gut ab, gehört aber nicht zu den leisen Geräten im Test.
Details zum Philips Standventilator 2000 Serie:
Maße: 40 T x 37,2 B cm
Höhe: variabel 82 cm bis 125 cm
Durchmesser Rotor: 40 cm
Durchmesser Fußplatte: 37 cm
Gewicht: 6 Kilogramm
Timer
Fernbedienung
3 Geschwindigkeitsstufen
Testbericht: Für den Aufbau brauchen wir 10 Minuten. Im Praxistest schwenkt der Philips-Ventilator automatisch um 90 Grad von links nach rechts, die vertikale Neigung (bis zu 30 Grad) lässt sich manuell verstellen. Das Gerät hat keine Fernbedienung und wird am Ventilatorkopf bedient, was wir im Gegensatz zu den anderen Geräten im Test unpraktisch finden. Auf höchster Stufe messen wir eine Windstärke von 4,4, womit der Ventilator im Mittelfeld landet. Der Lärmpegel schlägt bis zu 69,5 dB aus, was den Philips Standventilator* zum lautesten Gerät im Test macht. Mit 28 Watt auf niedrigster und 44 Watt auf höchster Stufe zählt er nicht zu den sparsamsten Geräten (7,8 und 12,3 Cent für acht Stunden)
Rowenta Turbo Silence Standventilator
Kurz und knapp: Der Rowenta Standventilator benötigt viel Platz und am meisten Strom. Mit seiner traditionellen Bedienung per Drehknopf wirkt er wenig modern, aber auch solide.
Details zum Rowenta Turbo Silence Standventilator:
19,7 T x 23,6 B x 110 H cm
Bis 140 cm Höhe
Gewicht: 8,85 Kilogramm
Durchmesser Fußplatte: 47 cm
Keine Fernbedienung
4 Geschwindigkeitsstufen
Testbericht: Beim Aufbau tun wir uns schwer und benötigen 20 Minuten, da etliche Einzelteile zusammengebaut und verschraubt werden müssen. Der Rowenta hat eine klassische, haptische Benutzeroberfläche, die Geschwindigkeit wird mechanisch am Drehschalter verstellt - wer es weniger digital mag, wird hier also Freude haben. Im Vergleich zu den anderen Testgeräten ist der Standventilator von Rowenta* platzeinnehmender: Eine große Standplatte und der breite Rotorkopf benötigen Raum. Dementsprechend verbreitet der Ventilator aber großzügig Wind, wir messen Stärke 4,7. Er schwenkt einachsig im weiten Radius von 120 Grad von links nach rechts - dieser Mechanismus wird manuell eingestellt, ebenso wie der Neigungsgrad. Mit 50 dB auf geringster Stufe und 64 auf höchster liegt der Rowenta bei der Lautstärkemessung im Mittelfeld. Beim Verbrauch führt er das Feld aber mit 44,5 Watt im leisen Nachtmodus und 68 Watt im Turbomodus an (12,5 und 19 Cent bei acht Stunden Betrieb).
Wie unterschieden sich klassische und moderne Ventilatoren?
Der klassische Mechanismus bei traditionellen Ventilatoren (wie denen von Rowenta) wird als mechanische Oszillation bezeichnet, die mit einem "Pin"- oder Zugschalter bedient wird. Dieser herausziehbare Pin oben auf dem Motor greift rein mechanisch in das Getriebe ein, um die Schwenkbewegung physisch an den rotierenden Motor zu koppeln oder zu entkoppeln. Bei moderneren Modellen wie denen von Levoit, Dreo oder Shark wird die Oszillation durch einen separaten, elektronisch gesteuerten Stellmotor im Fußgelenk angetrieben, der per digitalem Knopfdruck oder Fernbedienung oder App aktiviert wird. Diese Methode ermöglicht komplexe Bewegungen wie die 3D-Oszillation.
Standventilator oder Turmventilator - was ist besser?
Der klassische Standventilator mit rundem Rotor auf einem häufig höhenverstellbaren Fuß erzeugt einen starken, direkten Luftstrom und hat eine hohe Luftumwälzung. Das ist für große Räume ideal, da der Windstoß oft sehr weit reicht. Durch die offenen Gitter sind entsprechende Geräte aber meist lauter als Turmventilatoren, bei denen die Drehbewegung im Inneren läuft. Außerdem benötigen Standventilatoren mehr Platz, da meist der gesamte Kopf schwenkt und bei schlechter Platzierung an Möbel stoßen kann. In Sachen Windstärke und Luftumwälzung sind Turmventilatoren häufig schwächer als klassische Modelle und stoßen bei starker Hitze und großen Räumen an ihre Grenzen.
Wo sollte man den Ventilator platzieren?
Tagsüber und bei Hitze ist der beste Platz für den Ventilator an der offenen Zimmertür zum Flur, der meist kühler ist. An einem geöffneten Fenster platziert, würde das Gerät die heiße Luft in den Raum blasen. Wenn es gegen Abend draußen abkühlt, sollte der Ventilator ans geöffnete Fenster, dort die kalte Außenluft ansaugen und im Raum verteilen.
*Die Testredaktion rund um den ntv Produkt-Check ist unabhängig, erwirbt alle Produkte für ihre Tests auf eigene Kosten und bewertet bei Tests wie bei Vergleichen nach objektiven Kriterien. Wenn Sie ein Produkt über einen Link kaufen sollten, erhalten wir eine Provision. Der Preis ändert sich dadurch nicht.




