Vier Geräte im Praxis-Check Würstchen, Fisch, Gemüse - welcher Kontaktgrill holt sich den Testsieg?

Kontaktgrills versprechen Grillvergnügen ganz ohne Kohle, Rauch und Grillanzünder. Doch wie viel Power haben die kompakten Geräte wirklich? Der ntv Produkt-Check stellt vier Kontaktgrills auf die Probe. Das Ergebnis überrascht.
Kontaktgrills sind nicht nur wetterunabhängig und handlicher als herkömmliche Grills, sie haben auch den Vorteil, beidseitig zu garen und einfacher in der Reinigung zu sein. Gemeinsam mit Profikoch Jürgen Hinterweller testen wir vier Geräte unterschiedlicher Preisklassen - welches grillt alle anderen weg?
So testen wir die Kontaktgrills von Tefal, Philips, Severin und Co.
Jeder Kontaktgrill muss in drei Grillrunden bestehen: Erst kommen Würstchen auf die Platten, dann Süßkartoffelscheiben und Lachsfilets und zum Schluss Steak mit Grillgemüse. Wir testen nicht nur das Grillergebnis, sondern bewerten auch den ersten Eindruck, die Bedienung, die Temperaturverteilung und checken, wie die einzelnen Geräte beim ersten Einschalten riechen. Was positiv auffällt: Alle getesteten Kontaktgrills verfügen über eine Abtropfschale - ein kleines Detail, das vor allem die Reinigung enorm erleichtert.
Diese Kontaktgrills haben wir getestet
Testsieger: Tefal OptiGrill XL, circa 150 Euro*
Preis-Leistungs-Sieger: SEVERIN Kontaktgrill, circa 25 Euro*
Hinweis: Die Preise sind volatil, Händler passen bisweilen auch die unverbindliche Preisempfehlung (UVP) an. Sollten sich die Preise von den hier angegebenen unterscheiden, wurden sie nach Veröffentlichung des Artikels durch den Händler geändert.
Kontaktgrills im ntv Produkt-Check - das Fazit
Bei einem Preis deutlich über hundert Euro ist der Tefal OptiGrill XL* der mit Abstand teuerste Kontaktgrill im Test, kann aber sowohl in Sachen Materialverarbeitung als auch beim Grillergebnis wirklich überzeugen und sichert sich damit den Testsieg. Wer mit einem deutlich kleineren Budget leckere Ergebnisse erzielen will, ist mit unserem Preis-Leistungs-Sieger, dem SEVERIN Kontaktgrill*, gut beraten.
Testsieger: Kontaktgrill Tefal OptiGrill XL brät knupsrig
Kurz und knapp: Wer ausreichend Platz in der Küche hat und bereit ist, dreistellig zu investieren, bekommt mit dem Kontaktgrill von Tefal einen echten Grill-Allrounder.
Außer Frage steht: Das Gerät ist ziemlich wuchtig - für Familien mit ausreichend Platz in der Küche kein Problem, für Singlehaushalte oder kleine Küchen womöglich etwas unpraktisch. Die Grillplatten machen auf unseren Experten einen hochwertigen und soliden Eindruck, die Bedienung erfolgt weitestgehend intuitiv.
Beim ersten Einschalten nehmen wir den für neue Elektrogeräte typischen Geruch wahr, der aber unbedenklich ist und schnell verfliegt. Das Aufheizen dauert rund drei Minuten, dann geht's ans Brutzeln.
Hier weiß der Kontaktgrill zu punkten: Die Würstchen braten rundum knusprig, der Lachs bleibt innen saftig und bekommt außen eine appetitliche Kruste. Selbst die Süßkartoffelscheiben sind inklusive klarer Grillstreifen auf den Punkt gegart. Und auch beim Steak wird deutlich, was der Grill kann: Außen ist das Fleisch gut angebraten, innen zartrosa. Extrem praktisch: Ein integrierter Sensor misst die Dicke des Fleisches und passt die Garzeit entsprechend automatisch an. Von Steak über Würstchen bis hin zu Sandwiches und Hummer - für so gut wie alles gibt es beim Tefal OptiGrill* eine eigene Garstufe, nur Gemüse fehlt im Menü. Schade, hier wäre ein eigener Modus sicher sinnvoll gewesen.
Preis-Leistungs-Sieger: der SEVERIN Kontaktgrill überzeugt den Grillprofi
Kurz und knapp: Der Severin-Kontaktgrill ist leicht und kompakt, was ihn zwar perfekt für kleine Küchen macht, die Stabilität aber nicht unbedingt begünstigt. Im Praxistest performt das Gerät aber überraschend gut und sichert sich so den Preis-Leistungs-Sieg.
Die Würstchen sind nach fünfeinhalb Minuten perfekt gegart und überzeugen selbst den Grillprofi geschmacklich. Die Zubereitung des Lachses gestaltet sich hingegen etwas komplizierter, weil sich die Temperatur beim Severin-Kontaktgrill nicht regeln lässt - das Gerät verfügt lediglich über einen Ein- und Aus-Knopf. Auch hier empfiehlt der Experte, die Kerntemperatur mit einem Thermometer zu kontrollieren, sonst kann der Fisch schnell zu trocken werden. Im dritten Durchgang dann eine echte Überraschung: Das Steak ist außen schön gebräunt und innen zartrosa - mit einem solchen Ergebnis hätte bei diesem günstigen Modell wohl kaum einer gerechnet.
Weniger komfortabel ist die Reinigung des SEVERIN Kontaktgrills*: Die Grillplatten sind fest verbaut und können zur Reinigung nicht abgenommen werden, mit einem Küchenpapier lassen sich Fett und Reste aber gut entfernen. Anschließend lassen sich die Oberflächen mit einem weichen Schwamm und etwas Spülmittel säubern. Die herausnehmbare Fettauffangschale kann problemlos per Hand oder in der Spülmaschine gereinigt werden.
Philips Kontaktgrill - solide, aber mit kleinen Schwächen im Test
Kurz und knapp: Der Kontaktgrill von Philips wirkt gut verarbeitet und lässt sich einfach über einen Drehregler mit drei Temperaturstufen bedienen. Kleine Abzüge gibt es im Praxistest, hier performen andere Geräte besser im Test.
Die maximale Temperatur des Philips-Kontaktgrills liegt bei 200 Grad, wobei die erste Testrunde zeigt: Die Würstchen sind gleichmäßig gebräunt, brauchen aber rund eine Minute länger als beim Tefal OpriGrill XL. Geschmacklich können sie unseren Grillexperten auf ganzer Linie überzeugen.
Etwas anders sieht es beim Lachs aus: Nach etwa fünf Minuten im Kontaktgrill ist der Fisch unseren Testern zu trocken. Die Süßkartoffeln hingegen gelingen - hier punktet der Grill mit ordentlicher Garleistung, auch wenn die Hitzeverteilung nicht ganz gleichmäßig ist. Generell ist der Backofen hier keine ernstzunehmende Konkurrenz: Die Kartoffeln sind in allen Testgeräten schneller zubereitet.
Und wie sieht es in Sachen Steak aus? Außen perfekt, innen aber deutlich über Medium, stellen unsere Experten kritisch fest. Wer also perfekte Garstufen erwartet, sollte beim Philips Kontaktgrill* den Grillprozess im Blick behalten und die Innentemperatur des Fleisches mit einem Kerntemperaturmesser überwachen.
Pluspunkte gibt es hier für die Reinigung: Sowohl die antihaftbeschichteten Grillplatten als auch die Fettauffangschale lassen sich herausnehmen und in der Spüle mit etwas Spülmittel und einem weichen Tuch säubern.
Zeegma Kontaktgrill für rund 50 Euro mit leichten Schwächen im Test
Kurz und knapp: Der kompakte Zeegma Grill Chef Base lässt sich bequem über einen Drehknopf bedienen, Abzüge gibt es für die schräge Grillplatte und eine nicht ganz überzeugende Grillleistung.
Der kompakte Zeegma Grill Chef Base verfügt über drei Temperaturstufen, die sich über einen Drehknopf steuern lassen, die höchste Stufe erreicht bis zu 200 Grad. Im Praxistest fällt eine Schwäche auf: Die Grillplatte ist im Vergleich zu den anderen Modellen flach und nicht leicht schräg. Das hat zur Folge, dass das austretende Fett auf der Platte schnell anbrennt. Der Experte empfiehlt, die Oberfläche nach jedem Grillen mit einem feuchten Tuch zu reinigen, um hartnäckige Rückstände zu vermeiden.
Das Grillergebnis bei den Würstchen enttäuscht leicht: Sie benötigen knapp sechseinhalb Minuten und schmecken am Ende ziemlich trocken. Anders sieht es beim Lachs aus: Hier klebt nichts an, und nach nur fünf Minuten überzeugt der Fisch mit saftigem Geschmack - ein Pluspunkt für den ZEEGMA Kontaktgrill*. Beim Fleisch wird deutlich: Wer sein Steak medium bevorzugt, sollte zwischendurch mit einem Thermometer die Kerntemperatur kontrollieren. Nach fünf Minuten ist das Fleisch in unserem Test etwas zu trocken, was auf eine nicht ganz ideale Hitzeverteilung schließen lässt. Das Gemüse gart zwar gut durch, fällt aber am Ende nicht ganz so knackig aus wie bei den anderen Geräten.
Ein echter Pluspunkt: Die abnehmbaren Grillplatten sowie die Fettauffangschale lassen sich problemlos mit warmem Wasser und Spülmittel oder einfach in der Spülmaschine reinigen.
Wichtige Tipps fürs Grillen mit Kontaktgrills
Zunächst sollte der Grill immer gut vorheizen - nur so entstehen appetitliche Grillstreifen und das Grillgut bleibt nicht kleben
Grillplatten vor dem Grillen leicht mit Öl einpinseln
Dickes Grillgut braucht mehr Zeit und eventuell eine niedrigere Temperatur, damit es innen saftig bleibt und außen nicht verbrennt
Deckel nicht zu fest zuzudrücken, damit Würstchen und Co. nicht austrocknen
Fettauffangschale regelmäßig leeren, um Rauchentwicklung zu vermeiden und die Reinigung zu erleichtern
Einsatz eines Fleischthermometers für perfekt-saftige Ergebnisse
*Die Testredaktion rund um den ntv Produkt-Check ist unabhängig, erwirbt Produkte für ihre Tests auf eigene Kosten und bewertet bei Tests wie bei Vergleichen nach objektiven Kriterien. Wenn Sie ein Produkt über einen Link kaufen sollten, erhalten wir eine Provision. Der Preis ändert sich dadurch nicht.
Dieser Artikel erschien erstmalig am 30. September 2025 und wurde danach redaktionell bearbeitet.



