Produkt-Check Haushalt & Garten

Fünf Modelle im Hitze-CheckKühldecken im Test: Welche ist perfekt für heiße Sommernächte?

22.06.2026, 10:26 Uhr ntvVon Maren Mangold
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Eiskalt? Fünf leichte Kühldecken zeigen im ntv Produkt-Check, was sie draufhaben. (Foto: RTL / ntv)

Dank kühlender Bettdecken sollen schwitzige Nächte angenehmer werden. Aber wie effektiv ist der versprochene Selbstkühlungseffekt in der Praxis wirklich? Fünf Modelle im ntv Produkt-Check.

Einfach in eine dünne Decke hüllen, und schon wird's kühler - das geht, verantwortlich für die schnelle Linderung bei hohen Temperaturen ist in diesem Fall der so genannte "Cool-Touch-Effekt". Was wir darüber hinaus von den Test-Decken erwarten können? Chemiker Dr. Jan Beringer vom Textil-Prüfinstitut Hohenstein liefert im telefonischen Hintergrundgespräch zu kühlenden Textilien Antworten auf die wichtigsten Fragen.

So testen wir die Kühldecken

  • Kurzfristige Kühlwirkung: Die Hauttemperatur messen wir nach einigen Sekunden Kontakt zur Decke mit einem Laserthermometer an der Hand.

  • Kühlwirkung unter Decke: Verändert sich die Temperatur unter der Decke innerhalb von 15 Minuten? Wir prüfen mit einem Temperaturmesser und platzieren den Sensor unter der Decke.

  • Material: Wie fühlt sich die Decke an, wie riecht sie?

  • Verarbeitung: Wie gut sind Nähte und Material verarbeitet?

  • Pflegeaufwand: Wie (un)kompliziert ist die Decke bei der Reinigung?

Diese kühlenden Bettdecken testen wir

Hinweis: Die Preise sind volatil, Händler passen bisweilen auch die unverbindliche Preisempfehlung (UVP) an. Sollten sich die Preise von den hier angegebenen unterscheiden, wurden sie nach Veröffentlichung des Artikels durch den Händler geändert.

Kühlende Decken im Test - das Fazit

Wunder sollte man von Kühldecken nicht erwarten, ein kurzer Kühleffekt ist aber durchaus möglich. Das Modell von Bedsure* erzielt im ntv Produkt-Check das beste Gesamtergebnis: Die Decke punktet mit einem deutlichen Frischekick und sehr guten Materialeigenschaften.

Testsieger Bedsure Kühldecke: Gut für heiße Sommernächte

Kurz und knapp: Die Bedsure kühlt bei Berührung mit der warmen Hand deutlich, wenn auch flüchtig. Die Materialzusammensetzung erweist sich im Test als kühl und glatt, ist gleichzeitig aber nicht unangenehm rutschig.

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BEDSURE Kühldecke
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27,45 €33,99 €

Die Kühldecke von Bedsure zeigt im Test einen spür- und messbaren, kurzfristigen Kühleffekt. Das Infrarot-Thermometer zeigt an der Hand direkt nach dem Kontakt 34 Grad - 2,7 Grad weniger als vorher. Die Decke ist auf der Haut angenehm glatt und gleichzeitig gut griffig. Mit Polyethylen ist in der Testsieger-Decke ein interessantes Material verarbeitet: Der Kunststoff hat eine hohe Wärmeleitfähigkeit, erklärt Dr. Beringer im Telefoninterview. Um einen wirklich langfristigen Kühleffekt zu erreichen, müsse es im Raum insgesamt jedoch kühler sein: Warme Luft bewege sich immer in die Richtung, wo es kalt ist - eine wirkliche Selbstkühlung sei rein physikalisch demnach nicht möglich, so der Experte. Dementsprechend bleibt die Temperatur unter der Decke von Bedsure* bei unserer Messung auch unverändert warm.

  • Maße: 150 x 200 cm

  • Material Seite A: 78 Prozent Nylon, 12 Prozent Polyethylen, 10 Prozent Rayon

  • Material Seite B: 34 Prozent Rayon, 66 Prozent Nylon

  • Maschinenwäsche kalt (Schonwaschgang) und separat

  • trocknergeeignet bei niedriger Temperatur

Elegear Kühldecke mit Baumwoll-Seite

Kurz und knapp: Die Decke von Elegear punktet mit einer weichen Baumwollseite, die im Test aber weniger Effekt zeigt als die Seite aus Kunstfaser.

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Elegear Kühldecke
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43,69 €57,99 €

Die blaue Kühldecke von Elegear kommt mit zwei unterschiedlichen Seiten: Die Naturfaser-Seite aus Baumwolle fühlt sich an wie ein hochwertiges glattes Bettlaken. Beim Kontakt mit der Haut erweist sie sich aber weniger kühlend als die glattere Seite aus Kunstfasern - laut Hersteller handelt es sich dabei um "Arc-Chill 3.0 Kühlfasern mit Jadepartikeln". Was vielversprechend klingt, liefert im Test jedoch keinen spürbar besseren Kühleffekt als beim Testsieger-Modell. In Sachen Verarbeitung kann die kühlende Decke von Elegear überzeugen: Sie sticht mit einer sauber genähten Doppelnaht am Rand hervor. Einen Punktabzug gibt es bei der ansonsten soliden Decke von Elegear* für den deutlich wahrnehmbaren essigartigen Geruch.

  • Maße: 150 x 200 cm

  • Materialangabe Seite A: 80 Prozent Nylon & 20 Prozent Polyethylen (mit Arc-Chill 3.0 Kühlfasern)

  • Materialangabe Seite B: 100 Prozent Baumwolle

  • maschinenwaschbar (unter 30 Grad)

Elegear Kühldecke mit "Arc-Chill"-Fasern

Kurz und knapp: Das zweite Elegear-Modell im Test kühlt gut, fühlt sich aber merklich nach Kunstfaser an.

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Elegear Kühldecke Sommerdecke - Japanische Arc-Chill 3.0
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35,52 €41,79 €

Die graue Kühldecke von Elegear besteht im Unterschied zur blauen Decke der gleichen Marke beidseitig aus Nylon und Polyester. Laut Hersteller sind auch hier eingearbeitete Jade-Nanopartikel am Werk, die der Haut Feuchtigkeit und Elastizität zuführen sollen. "Wenn man dran glaubt, hilft es vielleicht", kommentiert Dr. Beringer das Versprechen. An seinem Arbeitsplatz, dem Prüfinstitut Hohenstein, werden Textilien auf Schadstoffe überprüft und beispielsweise mit dem Öko Tex Standard 100 gelabelt.

Auf der Haut fühlt sich die graue Elegear* weich und glatt, aber auch spürbar synthetisch an. Der kurzfristige Kühleffekt ist deutlich spürbar und lässt sich auch durch die gemessene Temperatur aufzeigen. Punktabzug gibt es auch hier für den starken Eigengeruch.

  • Maße: 150x200cm

  • Materialangabe Seite A: 100 Prozent Nylon (Arc-Chill 3.0 mit Jade-Nanopartikeln)

  • Materialangabe Seite B: 60 Prozent Nylon (Arc-Chill 3.0, 40 Prozent Polyester)

  • waschbar im Wäschesack bei maximal 30 Grad

Avoalre 2 in 1 kühlende Decke

Kurz und knapp: Die Decke von Avoalre kühlt auf der glatten Seite kurzfristig gut, ist hier aber sehr rutschig. Die Seite aus Viskose fühlt sich rau und wenig kühlend an.

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Avoalre 2 in 1 kühlende Kuscheldecke aus Bambusfaser
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33,15 €39,00 €

Die Kühldecke von Avoalre hat zwei Seiten aus sehr unterschiedlichen Materialien, die uns beide im Test nicht komplett überzeugen können: Die glatte Seite aus Nylon (vom Hersteller so benannte Arc-Chill-Faser) ist derartig glatt, dass sie sofort vom Körper rutscht. Die andere Seite aus Bambuszellstoff (Viskose) ist hingegen eher kratzig-rau wie ein dünnes Handtuch. Was es mit der laut Hersteller verwendeten Bambusfaser auf sich hat? "Man nimmt den Bambuszellstoff, löst den auf und macht eine Viskosefaser daraus", erklärt Experte Beringer.

Der kurze Kühleffekt der glatten Seite ist bei der Avoalre-Kühldecke* gut nachweisbar: Wir messen an der Hand 34,5 Grad.

  • Maße: 150 x 200 cm

  • Material Seite A: 100 Prozent Kühlgewebe Arc-Chill Nylon mit Jade Nanopartikeln

  • Material Seite B: 100 Prozent Rayon (aus Bambus)

  • Maschinenwäsche im Wäschesack bei unter 30 Grad

Ella kühlende Decke aus Tencel

Kurz und knapp: Die Decke aus Naturmaterial ist pflegeleicht und kann bei 60 Grad gewaschen werden. Einen großen Kühleffekt können wir im Test jedoch nicht feststellen.

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ELLA Kühlende Decke
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44,95 €

Die Ella ist in unserem Testfeld die einzige Decke aus Naturfasern - laut Hersteller soll das Material die Luftzirkulation fördern und feuchtigkeitsregulierend sein. Der geprägte Stoff aus Zellulosefaser fühlt sich im Test an wie ein dünnes Küchenhandtuch mit Waffelstruktur - es hat zwar kurz einen leicht kühlenden Effekt, kann aber mit den Frischekicks der anderen Decken nicht mithalten. Außerdem fällt auf: Die Ella-Decke* ist nicht ganz sauber verarbeitet, an vier Stellen stehen lose Fäden heraus.

  • Maße: 135 x 200 cm

  • Material: 100 Prozent Tencel (Zellulosefaser auf Holzbasis)

  • Maschinenwäsche bis 60 Grad

Funktionieren selbstkühlende Decken wirklich?

Das kurzzeitige, angenehm kühle Gefühl, wenn Körperwärme ins Material fließt, nennt sich Cool-Touch-Effekt. Der Q-Max-Wert wiederum benennt, wie stark und schnell ein Stoff beim ersten Hautkontakt die Wärme aufnimmt - je höher der Q‑Max‑Wert, desto schneller fließt Wärme in den Stoff und desto kühler fühlt sich das Material beim Berühren an.

Dieser Effekt hält aber leider nicht lange an: "Wenn das Textil dann die gleiche Temperatur hat wie meine Hand, gibt es keinen Wärmefluss mehr", erklärt Experte Beringer. Die Wärmemenge, die bei den Kühldecken abfließe, sei sehr gering.

Was hilft am besten bei Hitze?

"Um uns runter zu kühlen, brauchen eine konstante Kühlleistung“, so Dr. Beringer. Das funktioniere durch

  • Wärmeableitung (z.B. mit einer Klimaanlage)

  • Luftströmung (Ventilator)

  • Verdunstungskühlung

Letzteres sei laut Beringer am effizientesten - so habe man das schließlich schon früher mit nassen Bettlaken gemacht, unter die man sich bei extremer Hitze gelegt habe. Dabei sollte man allerdings darauf achten, dass nicht die Nieren verkühlt werden, so der abschließende Hinweis des Experten.

*Die Testredaktion rund um den "ntv Produkt-Check" ist unabhängig, erwirbt alle Produkte für ihre Tests auf eigene Kosten und bewertet bei Tests wie bei Vergleichen nach objektiven Kriterien. Wenn Sie ein Produkt über einen Link kaufen sollten, erhalten wir eine Provision. Der Preis ändert sich dadurch nicht.

Quelle: ntv.de

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