Produkt-Check Technik

Digitaler AugenzeugeDashcams im Test - welche liefert die besten Aufnahmen?

28.08.2026, 09:59 Uhr Screenshot 2026-01-15 125444Von Nikolai Henn
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Bereit für die Testfahrt: Fünf Dashcams treten bei Tag und Nacht gegeneinander an. (Foto: RTL/ntv)

Bei einem Unfall im Straßenverkehr steht schnell Aussage gegen Aussage. Die Aufnahmen einer Dashcam können die eigene Unschuld im Einzelfall untermauern - wenn wichtige rechtliche Grundlagen beachtet werden. Für den ntv Produkt-Check testen wir fünf Modelle.

Dashcams sind kleine Kameras, die während der Fahrt filmen, was auf der Straße passiert. Entsprechende Geräte gibt es für die Frontscheibe, fürs Heck oder als Set für beides - in unserem Test kommen ausschließlich Modelle für vorne zum Einsatz. Die Videos landen in einer Endlosschleife (Loop-Recording), alte Aufnahmen werden fortlaufend überschrieben. Erst wenn ein sogenannter G-Sensor eine Erschütterung wie eine Vollbremsung oder einen Aufprall registriert, sichert die Kamera die Sequenz schreibgeschützt - diese beiden Funktionen bringen alle fünf Modelle im Test mit. Was beim Einsatz einer Dashcam rechtlich zu beachten ist, erklären wir weiter unten im Text.

Dashcams im Test - das Fazit

Den Testsieg sichert sich die VANTRUE E1 lite*: Die Kamera liefert im Dunkeln die klarsten Aufnahmen, lässt sich auch ohne App einfach bedienen und sitzt stabil an der Scheibe. Der Preis-Leistungs-Sieger, die iZEEKER iD400 NEW*, bietet für unter 50 Euro eine einfache Einrichtung, eine gute Bildqualität bei Tag und wird mit einer microSD-Karte geliefert.

So läuft der Dashcam-Test ab

Wir montieren alle Kameras an der Frontscheibe und fahren eine identische Strecke in einem Wohngebiet bei Tag und bei Nacht ab. Die Auswertung der Aufnahmen erfolgt anschließend am Rechner.

  • Funktion und Leistung: Videoqualität bei Tageslicht und Nacht, Schärfe, Detaildarstellung, Erkennbarkeit von Kennzeichen, Kontrast, Überstrahlung und Bildrauschen

  • Benutzerfreundlichkeit: Einrichtung, Menüs, Tasten und Display, Montage und Halterung, Ausrichtung und Kabelmanagement, App-Zwang und Kontoanforderung

  • Ausstattung und Features: u.a. Parkmodus, GPS, WLAN-Funktionen, Sprachsteuerung und mitgeliefertes Zubehör

  • Preis-Leistungs-Verhältnis: Wie viel Leistung, Qualität und Ausstattung bekommt man für sein Geld?

Diese Dashcams von Vantrue, iZeeker und Co. testen wir

Hinweis: Die Verkaufspreise können sich jederzeit ändern, Händler passen ihre Preise oft unabhängig von der unverbindlichen Preisempfehlung des Herstellers an. Die Angaben in der Produktübersicht beziehen sich auf die Produktpreise zum Testzeitpunkt..

Testsieger: VANTRUE E1 lite Mini Dashcam

Kurz und knapp: Die VANTRUE E1 lite filmt im Test nachts am besten, ist schnell montiert und leicht zu bedienen, schwächelt jedoch bei Kennzeichen im Tageslicht.

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VANTRUE E1 lite Mini Dashcam
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99,99 €

Die VANTRUE E1 lite-Dashcam wird mit einem elektrostatischen Aufkleber und einer Klebehalterung an der Scheibe fixiert, die Kamera selbst klickt einfach in die Halterung ein und sitzt dort stabil. Der Winkel lässt sich von oben nach unten präzise einstellen, nach links und rechts ist die Dashcam jedoch nicht drehbar. Praktisch sind die mitgelieferten Kabelhalter, dank derer sich das Stromkabel sauber entlang der Scheibe verlegen lässt.

Im Test zeigt die Vantrue ihre größte Stärke bei Dunkelheit und liefert mit Abstand die besten Nachtaufnahmen im Testfeld. Das Bild wird so gut aufgehellt, dass Details wie Bäume, Einfahrten oder am Straßenrand parkende Autos sichtbar bleiben, die bei anderen Kameras in der Dunkelheit verschwinden. Auch Straßennamen und Nummernschilder sind bei Nacht oft noch erstaunlich gut zu erkennen. Bei Tageslicht ist die Bildqualität solide, allerdings bieten hier andere Modelle mehr Schärfe beim Lesen von Nummernschildern.

Bedienen lässt sich die Kamera der VANTRUE E1 lite* sowohl mit als auch ohne App. Die Anwendung lässt sich leicht installieren, die Eingabe persönlicher Daten sind fürs Einloggen nicht notwendig. Alternativ lassen sich alle Funktionen über drei gut erreichbare Tasten steuern.

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Klein und unauffällig: Die VANTRUE lässt sich unauffällig neben dem Rückspiegel platzieren. (Foto: RTL/ntv)
  • Aufnahme: bis Full HD mit 1.920 × 1.080 Pixeln bei 30 fps (Bilder pro Sekunde)

  • GPS: Zeichnet Standort und Fahrtdaten wie Geschwindigkeit und gefahrene Strecke auf

  • Speicher: microSD-Karten von 32 bis 512 GB

  • Lieferumfang: Klebehalterung, elektrostatischer Aufkleber, Kabelhalter, 12-V-Adapter, USB-C-Kabel

Preis-Leistungs-Sieger: iZEEKER iD400 NEW Dashcam

Kurz und knapp: Die iZEEKER eignet sich für preisbewusste Fahrer, filmt tagsüber scharf, nachts ordentlich und bringt die Speicherkarte gleich mit. Die Winkeleinstellung der Halterung könnte etwas komfortabler sein.

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iZEEKER iD400 NEW Dashcam
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37,45 €48,99 €

Die iZEEKER iD400 NEW wird mit einer Saugnapfhalterung befestigt, die im Test zuverlässig an der Scheibe hält. Die Kamera lässt sich einfach seitlich in die Halterung schieben und wieder lösen. Weniger gelungen erscheint uns die Winkeleinstellung: Um die Neigung zu verändern, muss eine sehr kleine Schraube gelöst werden, was etwas fummelig ist. Die Einraststufen sind zudem recht grob.

Bei Tageslicht sind die Kennzeichen seitlich parkender Autos gut zu erkennen - damit liegt die Dashcam auf dem Niveau teurerer Modelle. Bei Nachtaufnahmen landet die iZEEKER im Mittelfeld. Das Bild wird zwar ordentlich aufgehellt, sodass die Umgebung erkennbar bleibt, die Kennzeichen anderer Fahrzeuge überstrahlen jedoch komplett und sind nicht mehr lesbar.

Die Einrichtung der iZEEKER* ist schnell erledigt. Das Menü auf dem breiten Display ist verständlich, die vier Tasten an der Seite reagieren zuverlässig. Auch hier ist die Nutzung einer App optional und erfordert keine Anmeldung. Ein Manko: Es liegt keine ausführliche gedruckte Bedienungsanleitung bei - diese ist nur über einen QR-Code online verfügbar.

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Auf dem großen Display der iZEEKER lässt sich der Bildausschnitt während der Fahrt kontrollieren. (Foto: RTL/ntv)
  • Aufnahme: 4K/UHD mit bis zu 2.160 Pixeln bei 30 fps

  • GPS: nicht integriert

  • Speicher: microSD-Karten bis 256 GB

  • Lieferumfang: Saugnapfhalterung, 12-V-Adapter, USB-Kabel, 32-GB-Karte, USB-2.0-Kartenleser

AZDOME GS63H Dashcam - stark am Tag, dunkel in der Nacht

Kurz und knapp: Die AZDOME liefert am Tag saubere Aufnahmen, überzeugt mit reichlich Zubehör und einer starken App, liefert bei Nacht aber dunkle Bilder.

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AZDOME GS63H Dashcam
5602
85,49 €89,99 €

Die AZDOME GS63H* lässt sich dank Saugnapfhalterung einfach an der Scheibe anbringen. Die Kamera wird auf die Halterung geschoben, rastet aber nicht ein, was einen etwas weniger stabilen Eindruck hinterlässt. Die Winkeleinstellung ist aus unserer Sicht nicht optimal gelöst: Nach vorne und hinten gibt es nur grobe Stufen, fixiert wird über eine angenehm zu bedienende Drehschraube. Nach links und rechts wirkt das Gelenk etwas locker. Positiv fällt das üppige Zubehör auf: Neben einem Werkzeug zum Verlegen des Kabels liegen gleich fünf Kabelklemmen bei.

Die Videoqualität bei Tag ist gut, Kennzeichen sind in drei von vier Fällen lesbar. Bei Nacht gehört die AZDOME zu den schwächsten Kandidaten im Test: Das Bild ist sehr dunkel, die Umgebung ist kaum zu erkennen. Scheinwerfer und Nummernschilder überstrahlen so stark, dass keine Details mehr zu sehen sind.

Fünf Tasten am Gerät ermöglichen eine vollständige Steuerung ohne Smartphone. Alternativ bietet die AZDOME*-App umfangreiche Funktionen, eine Kartenansicht der gefahrenen Route inklusive. Ebenfalls positiv: Es ist keine Registrierung nötig. Praktisch ist auch die Sprachausgabe, die beispielsweise meldet, wenn die Aufnahme startet oder keine Speicherkarte eingesetzt ist - das allerdings nur auf Englisch.

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Gut ausgestattet: Die AZDOME kommt mit Zubehör für Montage und Kabelverlegung. (Foto: RTL/ntv)
  • Aufnahme: Bis 3.840 × 2.160 Pixeln bei 24 fps

  • GPS: Integriert, zeichnet Geschwindigkeit und Koordinaten auf

  • Speicher: Unterstützt microSD-Karten bis 256 GB

  • Lieferumfang: Saugnapf- und Klebehalterung, Kabelklemmen, Werkzeug, 12-V-Adapter, USB-Kabel

70mai M310 Plus 4K Dashcam - flache Form, umständliche Bedienung

Kurz und knapp: Wer eine dezente Kamera mit guten Tagesbildern sucht, liegt bei der 70mai richtig, kommt aber an einer App mit Kontoanmeldung und schwachen Nachtaufnahmen nicht vorbei.

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70mai M310 Plus 4K Dashcam
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54,99 €69,99 €

Die 70mai M310 Plus 4K* wird mit einem Klebepad befestigt. Ihre längliche, horizontale Bauform ist von Vorteil, da sich die Kamera gut hinter dem Innenspiegel anbringen lässt und das Sichtfeld des Fahrers nicht stört. Ein Nachteil dieser Konstruktion: Das Gadget ist fest in der Halterung verbaut und klebt in zwei Schritten: erst wird der elektrostatische Aufkleber auf die Scheibe geklebt, dann die Halterung mit Kamera darauf.

Wie die AZDOME liefert die 70mai bei Tag gute Aufnahmen mit gut lesbaren Kennzeichen. Die Performance bei Dunkelheit ist wie beim Vergleichsmodell auch hier schwach: Das Bild ist sehr dunkel und körnig, Nummernschilder sind durch Überstrahlung unkenntlich.

Der größte Kritikpunkt ist allerdings die Bedienung: Für die Einrichtung und Steuerung der 70mai* wird zwingend die entsprechende App benötigt, für die wir uns im Test mit unseren Daten anmelden müssen. Die Anwendung ist zwar unkompliziert aufgebaut, doch am Gerät selbst gibt es nur eine einzige Taste - ohne Smartphone ist die Kamera daher kaum zu bedienen.

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Dieselbe Straße, deutlicher Unterschied: Die VANTRUE macht im Nachttest wesentlich mehr von der Umgebung sichtbar als die 70mai. (Foto: RTL/ntv)
  • Aufnahme: bis zu 4K/UHD mit 3.840 × 2.160 Pixeln

  • GPS: nicht integriert

  • Speicher: Unterstützt microSD-Karten von 16 bis 256 GB

  • Lieferumfang: Klebehalterung, elektrostatischer Aufkleber, Werkzeug, 12-V-Adapter, USB-Kabel

Rollei Dashcam 402 -  flexible Halterung, wenig Zubehör

Kurz und knapp: Wer eine frei schwenkbare Kamera mit übersichtlichem Menü sucht, wird mit der Rollei fündig, muss aber eine etwas hakelige Bedienung in Kauf nehmen.

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Rollei Dashcam 402
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52,99 €

Die Rollei Dashcam 402* wird mit einer Saugnapfhalterung befestigt. Ihr größter Vorteil ist das Kugelgelenk - damit ist sie als einziges Modell im Test komplett frei in alle Richtungen schwenkbar und lässt sich millimetergenau ausrichten. Das Abnehmen der Kamera von der Halterung gestaltet sich allerdings etwas hakelig.

Die größte Schwäche im Test der Rollei ist ihre Unzuverlässigkeit. Das Display zeigt immer wieder an, dass aufgenommen wird, auf der Speicherkarte ist anschließend aber keine Videodatei zu finden. Zudem gibt das Gerät keinen Hinweis, dass die SD-Karte vor der ersten Nutzung formatiert werden muss, man fühlt sich hier als Nutzer auf sich allein gestellt. Die Videoqualität ist mäßig: Bei Tag sind die Aufnahmen recht pixelig, Kennzeichen sind trotzdem ganz passabel erkennbar. Nachts gehört die Dashcam zum Mittelfeld, hier überstrahlen die Nummernschilder.

Die Bedienung der Rollei* erfolgt ausschließlich über vier Tasten am Gerät, eine App-Steuerung gibt es nicht. Die Menüführung ist zwar einfach und intuitiv, wobei eine der Tasten laut Bedienungsanleitung keine Funktion hat.

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Mit der Rollei unterwegs bei Dunkelheit. (Foto: RTL/ntv)
  • Aufnahme: bis Full HD mit 1.920 × 1.080 Pixeln bei 30 fps

  • GPS: Zeichnet Fahrzeugposition auf

  • Speicher: microSDHC-Karten von 16 bis 64 GB

  • Lieferumfang: Saugnapfhalterung, 12-V-Fahrzeugadapter

Wichtig: Was ist bei Dashcams rechtlich zu beachten?

Dashcams sind in Deutschland zwar nicht grundsätzlich verboten, dürfen den Verkehr aber nicht dauerhaft und ohne konkreten Anlass aufzeichnen - Aufnahmen sollten deswegen nur kurzzeitig gespeichert und erst bei einem Ereignis wie einem Unfall dauerhaft gesichert werden. Sie können vor Gericht im Einzelfall als Beweismittel dienen - das gilt nach einer Entscheidung des Bundesgerichtshofs auch dann, wenn die Aufzeichnung gegen Datenschutzregeln verstößt. Allerdings müsse "stets eine Interessen- und Güterabwägung vorgenommen werden", schreibt der ADAC in einem Info-Text. Weiter heißt es hier: "Bei unzulässiger Verwendung von Dashcams können die Datenschutz-Aufsichtsbehörden Bußgelder verhängen." Bußgelder könnten demnach auch drohen, "wenn Privatleute mit ihren Aufnahmen ein Fehlverhalten anderer bei der Polizei anzeigen wollen". Videoaufnahmen zur Strafverfolgung seien laut dem Bericht nur der Polizei erlaubt, und auch dies nur in engen Grenzen.

Bei Dashcams mit Mikrofon ist zusätzliche Vorsicht geboten: Nichtöffentliche Gespräche dürfen nicht ohne Weiteres mitgeschnitten werden. Die Tonaufnahme sollte deshalb deaktiviert werden. Wichtig: Im Ausland gelten oft andere Regeln, vor Reisen sollten sich Nutzer entsprechend über die rechtliche Lage informieren. Generell gilt: Bei der Montage darf die Dashcam die Sicht beim Fahren nicht beeinträchtigen. 

*Die Testredaktion rund um den ntv Produkt-Check ist unabhängig, erwirbt alle Produkte für ihre Tests auf eigene Kosten und bewertet bei Tests wie bei Vergleichen nach objektiven Kriterien. Wenn Sie ein Produkt über einen Link kaufen sollten, erhalten wir eine Provision. Der Preis ändert sich dadurch nicht.*

Quelle: ntv.de

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