Baden-WürttembergCyberangriff auf Hochschulen - Das weiß man zum Datenabfluss

Notensysteme und Stundenpläne waren nach dem Angriff offline, Lehrkräfte konnten zunächst nicht bezahlt werden. Die Ermittlungen sind nun vorangekommen und es gibt neue Infos zu der Attacke.
Reutlingen (dpa/lsw) - Nach einem Cyberangriff auf das Hochschulservicezentrum Baden-Württemberg (HSZ-BW) müssen sich Studierende wohl keine allzu großen Sorgen um ihre Daten machen. "Die Ergebnisse der forensischen Analyse legen nahe, dass die Daten der Hochschulen beim HSZ-BW weitgehend intakt sind und nur ein relativ geringer Abfluss von Daten im Umfang von ca. 1 GB stattgefunden hat", hieß es in einer Mitteilung. Die Wahrscheinlichkeit dafür, dass personenbezogene Daten aus den Netzen des HSZ-BW gestohlen wurden, sei den Ermittlungen zufolge sehr klein. "Völlig ausgeschlossen kann ein solcher Abfluss allerdings nicht werden."
Verheerende Folgen
Das HSZ-BW hatte in der Nacht auf den 6. Oktober den Cyberangriff festgestellt und Maßnahmen getroffen, um die Folgen einzudämmen. Unter anderem waren danach Noten- und Bewerbungssysteme sowie Raum- und Stundenpläne offline. Auch Lehrkräfte konnten zunächst nicht bezahlt werden.
Hierfür hätten die Behörden inzwischen provisorische Prozesse entwickelt, die die Arbeits- und Zahlungsfähigkeit der Hochschulverwaltungen sicherstellen sollen, teilte das HSZ-BW weiter mit. Parallel werde weiter an der Wiederherstellung der Dienste für die Hochschulen gearbeitet. Bis wann alle wieder zur Verfügung stehen werden, lasse sich derzeit aber noch nicht sagen.
Netzwerk wird komplett neu aufgebaut
"Offenbar konnten die Angreifer nur in einen kleinen Teil des Netzes des HSZ-BW eindringen und dort Dateien verschlüsseln und Daten abgreifen", heißt es in der Mitteilung weiter. Da aber nicht ausgeschlossen werden könne, dass die Angreifer Schadsoftware in anderen Teilen des Netzes hinterlassen hätten, werde das HSZ-BW seine Netzwerkumgebung und seine Server auf dem aktuellen Stand der Sicherheitstechnik komplett neu aufbauen. Dann wolle man die Daten der Hochschulen auf dem Stand von kurz vor dem Angriff einspielen. So solle ein zweiter Angriff mit noch gravierenderen Folgen verhindert werden.