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Baden-WürttembergWärmster Sommer im Land seit Beginn der Aufzeichnungen

31.08.2026, 13:23 Uhr
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Ein Sommer der Extreme: Rekordhitze, Trockenheit und die hohe Zahl an Hitzetoten prägten Baden-Württemberg. Was der DWD und das RKI dazu berichten.

Offenbach/Stuttgart (dpa/lsw) - Baden-Württemberg hat den wohl wärmsten Sommer seit Beginn der Wetteraufzeichnungen erlebt. Das geht aus einer vorläufigen Auswertung des Deutschen Wetterdienstes hervor.

Laut DWD stellten bereits der zweitwärmste Juni und der drittwärmste Juli die Weichen für die historische Bilanz, die ersten Wochen im August trieben die Werte erneut in die Höhe. Nach der Auswertung erreichten die Temperaturen durchschnittlich 21,1 Grad, das sind 4,9 Grad mehr als der Referenzwert. Allein in den vergangenen drei Monaten wurden - über die gesamte Landesfläche gerechnet - erstmals seit Messbeginn rund 35 heiße Tage mit mindestens 30 Grad ermittelt, am Hoch- und Oberrhein waren es hier oder dort sogar mehr als 50.

An zehn Tagen wurde es sogar heißer als 35 Grad, in Rheinfelden sogar an 24 Tagen. In Waghäusel-Kirrlach nördlich von Karlsruhe wurden am 27. Juni nach vorläufigen DWD-Angaben 41,4 Grad gemessen - ein neuer Hitzerekord für Baden-Württemberg.

Und es war nicht nur zu heiß, es war auch zu trocken: Der diesjährige Sommer wird laut DWD als einer der fünft trockensten Sommer seit 1881 abschließen. Mit rund 866 Sonnenstunden zeigt die Bilanz auch den zweithöchsten Sommerwert seit 1951.

Gefährliche Folgen

Die Folgen dieser Hitze waren in diesem Jahr auch deutlich gefährlicher als sonst: Nach Schätzungen des Robert Koch-Instituts (RKI) sind in Baden-Württemberg mehr als 3.600 Menschen an den Folgen extremer Hitze gestorben - so viele wie in keinem anderen Bundesland. Das RKI geht davon aus, dass sich die Zahl der Hitzetoten allein in den ersten zwei Augustwochen verdoppelt hat. Besonders ältere Menschen ab 85 Jahren waren betroffen, mehr Frauen als Männer.

Die Zahlen sind laut RKI konservativ geschätzt. Experten warnen, dass die tatsächliche Zahl noch höher liegen könnte, da viele Fälle nicht als hitzebedingt erfasst werden.

Bauern kämpfen ums Überleben

Auf Feldern und Weiden, aber auch in den Futterlagern der Bauern sind die Spuren des Hitze-Sommers noch deutlich zu sehen: Große, karge braune Flächen, Trockenrisse, die Kartoffeln sind deutlich kleiner dieses Jahr und die Maisernte war viel schlechter als sonst. "Die Dürre trifft unsere Landwirtschaft mit voller Wucht", sagt Joachim Rukwied, Präsident des Landesbauernverbands Baden-Württemberg. Auf vielen Betrieben fehlt seit Monaten das Wasser.

Auswirkungen der Trockenheit zeigen sich auch im Wald. "Den Wald hat's schwer getroffen", sagt Waldbaureferent Alexander Abt von ForstBW. Selbst manche als klimastabil geltenden Bäume zeigen deutliche Spuren. Viele werfen Blätter ab oder bilden keine Früchte, um sich vor weiterem Flüssigkeitsverlust zu schützen. Äste sterben ab und brechen aus den Baumkronen heraus. Keine Baumart sei wirklich gut durch den Sommer gekommen, sagte Abt.

Flüsse auf Rekordtiefstständen

Die anhaltende Trockenheit lässt auch die Flüsse und Seen im Land auf Rekordtiefstände sinken. Der Bodensee hat seinen niedrigsten Wasserstand in diesem Jahr erreicht - und das ausgerechnet im August, wenn normalerweise noch genug Wasser aus den Alpen nachfließen sollte. Ungewöhnlich ist auch der Zeitpunkt: Den niedrigsten Wasserstand des Jahres erreicht der Bodensee zumeist im Februar oder März.

Quelle: dpa

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